Rechtsextremismus an Schulen: Zwei Lehrkräfte brechen ihr Schweigen und zahlen einen hohen Preis
Lehrkräfte berichten über Schulalltag mit Nazi-Parolen in Buch - Rechtsextremismus an Schulen: Zwei Lehrkräfte brechen ihr Schweigen und zahlen einen hohen Preis
Rechtsextreme und antisemitische Vorfälle an deutschen Schulen sind längst keine Seltenheit mehr. Zwei Lehrkräfte aus Brandenburg haben sich nun zu Wort gemeldet und berichten von der wachsenden Problematik – nachdem sie selbst wegen der Aufdeckung solcher Fälle an ihrer Schule Schikanen ausgesetzt waren. In ihrem neuen Buch und einer öffentlichen Kampagne zeigen sie auf, wie Extremismus zunehmend den Schulalltag prägt.
Laura Nickel und Max Teske, ehemalige Lehrkräfte in Burg (Brandenburg), schlugen erstmals im April 2023 Alarm. In einem offenen Brief beschrieben sie rechtsextreme Vorfälle an ihrer Schule, darunter Hakenkreuze, rassistische Beleidigungen und Drohungen. Die Reaktionen darauf waren heftig: Beide verließen schließlich ihren Job, nachdem sie von rechtsextremen Gruppen bedroht worden waren.
Ihre Erfahrungen veranlassten sie, das Buch "Die rechte Wende im Klassenzimmer" zu verfassen, in dem sie den Aufstieg des Extremismus an Schulen dokumentieren. Ein Fall betraf einen Schüler in Rathenow, der ein T-Shirt mit dem rechtsextremen Code "88" und einem Hakenkreuz trug. Die Lehrkräfte kritisieren, dass Schulen und Politiker das Problem nicht wirksam angehen.
Als Reaktion gründeten Nickel und Teske mit anderen das Bündnis "Schulen für mehr Demokratie". Die Initiative fordert eine Stärkung der politischen Bildung sowie Altersbeschränkungen für soziale Medien wie TikTok und Instagram. Unterdessen zeigen offizielle Zahlen das Ausmaß der Problematik: Allein in Brandenburg wurden im Schuljahr 2024/2025 537 rechtsextreme Vorfälle registriert, in Sachsen gab es 2025 mit 245 Fällen einen traurigen Rekord.
Die Kampagne der beiden Lehrkräfte hat eine bundesweite Debatte ausgelöst. Zwar belegen Landesdaten Hundertfälle – eine bundesweite Erhebung gibt es jedoch noch nicht. Ihre Forderungen nach Konsequenzen setzen nun Schulen und Politiker unter Zugzwang, entschlossener zu handeln.
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