Bayern hadern mit Mieten und Infrastruktur – CSU verliert vor Kommunalwahlen an Vertrauen

Nadeschda Pärtzelt
Nadeschda Pärtzelt
3 Min.
Ein gerahmtes Bild der Wahlkreise Bayern, das die Provinzen Deutschlands und Österreichs zeigt.Nadeschda Pärtzelt

Gemeindefürsten-Wahl-Umfrage: Bayern beschwert sich über hohe Mieten - Bayern hadern mit Mieten und Infrastruktur – CSU verliert vor Kommunalwahlen an Vertrauen

Vor den Kommunalwahlen wächst die Unzufriedenheit der Bayern mit lokalen Problemen

Die Bayern zeigen sich zunehmend verärgert über lokale Missstände im Vorfeld der anstehenden Kommunalwahlen. Zwar sind die meisten nach wie vor mit ihren Lebensbedingungen zufrieden, doch die Sorgen über hohe Mieten, marode Verkehrsverbindungen und verfallende Infrastruktur haben deutlich zugenommen. Gleichzeitig schwindet die Unterstützung für die traditionellen Parteien – immer weniger Menschen glauben, dass die CSU diese Probleme lösen kann.

Das Interesse an den Wahlen bleibt stabil, doch die Briefwahl gewinnt weiter an Bedeutung und bestätigt damit einen Trend, der sich in den vergangenen Jahren abzeichnet.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 85 Prozent der Bayern mit dem Leben in ihren Städten und Dörfern (nach wie vor) zufrieden oder sehr zufrieden sind. Doch dieser Wert ist seit 2020 um sieben Punkte gesunken – ein Zeichen wachsender Verunsicherung. Ein Lichtblick bleibt die Sicherheit: 79 Prozent fühlen sich in ihrer Gemeinde wohl und geborgen.

Die größten Frustpunkte sind Wohnen und Verkehr. Mehr als die Hälfte – 57 Prozent – ist unzufrieden mit den Mietpreisen und dem Angebot an bezahlbarem Wohnraum. Gleichzeitig kritisieren 48 Prozent den öffentlichen Nahverkehr, und ebenso viele beklagen den Zustand von Straßen und Radwegen. Besonders ausgeprägt ist die Unzufriedenheit in städtischen Gebieten, wo die Probleme am stärksten spürbar sind.

Das Vertrauen in politische Lösungen bröckelt indes. Nur noch 25 Prozent glauben, dass die CSU lokale Herausforderungen bewältigen kann – ein Rückgang um neun Punkte im Vergleich zu vor sechs Jahren. Die Freien Wähler liegen bei der wahrgenommenen Kompetenz mit 10 Prozent vorn, gefolgt von SPD und AfD (jeweils 9 Prozent) sowie den Grünen (5 Prozent). Besonders hoch ist die Gleichgültigkeit unter AfD-Anhängern: 32 Prozent von ihnen geben an, sich nicht für die Wahl zu interessieren.

Die Wahlbeteiligung zeigt ein uneinheitliches Bild. Zwar sind 27 Prozent sehr und 45 Prozent eher an den Wahlen interessiert, doch die Beteiligung variiert je nach Region stark. In Schmidgaden lag die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2020 bei 85 Prozent, wobei 64 Prozent per Briefwahl abstimmten – ein deutlicher Anstieg gegenüber 29 Prozent im Jahr 2008. In Gundelsheim betrug die Wahlbeteiligung 69,6 Prozent; die SPD errang fünf Sitze im Gemeinderat, die CSU vier und die Grünen zwei. Bayernweit hat die Briefwahl stark zugenommen: 2020 stimmten 60 Prozent auf diesem Weg ab, nach 49 Prozent 2014 und 29 Prozent 2008. Treiber dieses Wandels sind offenbar die Pandemie und der Komfortfaktor, wobei ländliche Regionen eine höhere Briefwahlquote aufweisen als Städte.

Die Wahlen finden in einer Phase statt, in der die Bayern allgemeine Zufriedenheit mit klaren Frustrationen über Wohnraum und Infrastruktur verbinden. Die Briefwahl setzt ihren Aufwärtstrend fort und verändert die Art der politischen Teilhabe. Angesichts nachlassenden Vertrauens in die CSU und erstarkender Alternativparteien könnten die Ergebnisse ein Signal für neue Ansätze bei alten lokalen Problemen sein.

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