25 April 2026, 02:27

Amthor fordert CDU auf: Feminismusdebatte nicht der Linken überlassen

Cartoon von drei Frauen in traditioneller Kleidung, die ein Papier mit der Aufschrift "Votes for Women: The Women's Social & Political Union" halten, vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

Amthor fordert CDU auf: Feminismusdebatte nicht der Linken überlassen

Der CDU-Politiker Philipp Amthor hat seine Partei aufgefordert, in der Feminismusdebatte eine klarere Haltung einzunehmen. Er warnte, dass die Union wichtiges Terrain preisgebe, wenn sie die Diskussion über Gleichberechtigung allein der Linken überlasse. Seine Äußerungen kommen nach Jahren, in denen er sich zwar gegen bestimmte feministische Forderungen stellte, gleichzeitig aber auch rechtsextreme Rollenbilder von Frauen scharf kritisierte.

Amthor vertritt seit Langem umstrittene Positionen zu Geschlechterfragen. 2019 lehnte er einen Vorstoß ab, der eine paritätische Besetzung von Parteilisten mit Frauen und Männern vorschrieb. Solche Quoten seien seiner Meinung nach nicht nötig, um den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen.

Im selben Jahr sprach er sich für das strafrechtliche Abtreibungsverbot aus und unterstützte Werbeverbote für Schwangerschaftsabbrüche – Positionen, die ihn in direkten Konflikt mit feministischen Aktivist:innen brachten. Gleichzeitig distanzierte er sich deutlich von der AfD, der er vorwirft, biologistische Determinismen und starre Geschlechterklischees zu verbreiten. Die Partei sehe Frauen demnach nach wie vor als "von Natur aus schwächer" an als Männer.

2023 sorgte Amthor erneut für Kontroversen, als er ein Verbot geschlechtergerechter Sprache in Behörden befürwortete. Trotz dieser Haltung betont er nun, dass Männer sich aktiver gegen die Benachteiligung von Frauen einsetzen müssten. Frauen würden häufiger nach ihrem Äußeren beurteilt, während bei Männern allein die Argumente zählten, argumentiert er. Mehr Männer müssten dieses Ungleichgewicht erkennen und für Veränderung kämpfen.

Amthors Appell, die CDU solle den Feminismus annehmen, markiert einen Tonwechsel – doch seine früheren Standpunkte bleiben umstritten. Während er die Rechte scharf angreift, steht er progressiven Geschlechterpolitiken selbst skeptisch gegenüber. Die Debatte über den kurs seiner Partei in diesen Fragen wird voraussichtlich anhalten.

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