Zwei Statuen, zwei Geschichten: Gedenken in Brandenburg und Kolumbus-Debatte in den USA
Alex FlantzZwei Statuen, zwei Geschichten: Gedenken in Brandenburg und Kolumbus-Debatte in den USA
Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen heute als stumme Mahnmale für völlig unterschiedliche Geschichten. In Brandenburg erinnert eine glänzende Stahlfigur an die Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Unterdessen hat ein neu errichtetes Denkmal für Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses in den USA eine Debatte über die koloniale Vergangenheit des Landes entfacht.
Die Stahlskulptur einer Frau in Brandenburg wurde 2018 auf Initiative des Bruders von Jutta Baumwol errichtet. Sie war vom Gut Neuendorf im Sande nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden. Die Figur steht heute am Eingang des Anwesens – ein stiller Ort des Gedenkens an die Menschen, die dort in den 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Besucher versammeln sich hier am Holocaust-Gedenktag und zum Jahrestag der Befreiung, und im Mai, zu Baumwols 101. Geburtstag, werden noch mehr erwartet. Seit 2018 wurden in Brandenburg jedoch keine weiteren Denkmäler für NS-Opfer an Orten errichtet, die mit Zwangsarbeit verbunden sind.
Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ der damalige US-Präsident Donald Trump 2020 eine Statue von Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses aufstellen – genauer gesagt auf der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building. Die Entscheidung fiel mitten in landesweite Proteste gegen rassistische Ungerechtigkeit, während viele Städte Denkmäler mit Bezug zu kolonialer Gewalt entfernten. Italienisch-amerikanische Gruppen verteidigen die Statue und betonen, sie werde als Symbol des kulturellen Erbes "geschützt" bleiben und "friedlich erstrahlen".
Während das Brandenburger Denkmal eine schmerzhafte Phase der deutschen Geschichte sichtbar hält, spiegelt das Kolumbus-Monument in Washington die anhaltenden Spannungen wider, wie die USA mit ihrer Vergangenheit umgehen. Beide Statuen sind Brennpunkte – die eine für Trauer, die andere für Kontroverse – an entgegengesetzten Enden der Welt.






