31 March 2026, 10:32

Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 1.000 Euro Gehaltserhöhung

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einer Berg- und Baumkulisse, mit dem Text "Was unser freier Handel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Hettich-Mitarbeiter verzichten freiwillig auf 1.000 Euro Gehaltserhöhung

Tausende Mitarbeiter des Möbelzulieferers Hettich haben sich bereit erklärt, eine geplante Gehaltserhöhung zu verschieben. Die Entscheidung fällt in eine Phase finanzieller Schwierigkeiten des Unternehmens nach Jahren rückläufiger Umsätze. Für die Belegschaft bedeutet dies im kommenden Jahr einen Ausfall von über 1.000 Euro pro Person.

Die deutsche Möbelbranche kämpft seit dem Pandemie-Boom mit Absatzproblemen. Zwischen 2021 und 2025 verzeichneten Unternehmen wie Hettich einen deutlichen Einbruch – allein 2023 und 2024 brachen die Umsätze um mehr als 20 Prozent ein. Steigende Energiekosten, Lieferkettenprobleme und eine nachlassende Nachfrage im Küchen- und Heimwerkerbereich zwangen viele Betriebe zu Stellenstreichungen und Produktionskürzungen.

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Ursprünglich hatte Hettich für April eine Lohnerhöhung von 3,1 Prozent vorgesehen. Angesichts der angespannten Finanzlage schlug die Unternehmensführung jedoch vor, die Erhöhung um ein Jahr zu verschieben. Mindestens 90 Prozent der Belegschaft stimmten dem Aufschub zu – trotz eines Verdienstausfalls von über 1.000 Euro pro Kopf.

Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte den Schritt scharf und warf dem Unternehmen vor, die Beschäftigten unter Druck zu setzen. Hettich wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Entscheidung sei transparent getroffen worden und basiere auf der freien Wahl der Mitarbeiter. Durch die Maßnahme erhofft sich das Unternehmen eine Ersparnis von mehreren Millionen Euro.

Während die Gehaltsstagnation die finanzielle Belastung für Hettich verringert, schmälert sie das Nettoeinkommen der meisten Beschäftigten. Da die Branche weiterhin mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist, könnten weitere Sparmaßnahmen folgen. Die Gewerkschaft kündigte an, die Entwicklung weiterhin genau zu beobachten.

Quelle