13 June 2026, 16:20

Wiener Festwochen zeigen provokante Kunst zwischen Tod und Ekstase

Wien Festival: Ritualisierte Todesekstase

Wiener Festwochen zeigen provokante Kunst zwischen Tod und Ekstase

Die Wiener Festwochen präsentieren in diesem Jahr mutige und zum Nachdenken anregende Aufführungen. Mit Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben feiert Angélica Liddell am Volkstheater Premiere. Das Festival zeigt zudem weitere markante Produktionen wie Der Vampirberg von Philippe Quesne und Mythen des Alltags.

Liddells Stück kreist um Yukio Mishima, den japanischen Schriftsteller, der seinen Suizid durch Seppuku – den rituellen Harakiri-Tod – inszenierte und schließlich selbst auf diese Weise starb. Die zweistündige Vorstellung umfasst eine dramatische Nachstellung von Mishimas Tod sowie eine blutbespritzte Szene. Gleichzeitig werden Themen wie Ekstase, schwarzer Humor und unerwartete Unterbrechungen erkundet.

Die Künstlerin integriert Kleidungsstücke Verstorbener, um deren persönliche Geschichten einzufangen. Dieser Ansatz fügt sich in die übergreifende Auseinandersetzung des Festivals mit Leben, Tod und dem Makabren ein. Liddell selbst erlebte am 7. Januar 2024 in Madrid den Suizid einer Frau mit – eine Erfahrung, die ihrer Arbeit zusätzliche Tiefe verleiht.

Neben Liddells Werk präsentiert das Festival weitere bemerkenswerte Stücke. Philippe Quesnes Der Vampirberg und Pfingstspiel bereichern das vielseitige Programm.

Die Wiener Festwochen setzen weiterhin auf künstlerische Grenzüberschreitungen mit provokanten Themen. Liddells Performance, geprägt von intensiven Bildern und persönlichen Bezügen, zählt zu den Höhepunkten. Das Publikum darf sich auf eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Sterblichkeit und menschlicher Existenz freuen.

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