Syriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für kollabiertes Gesundheitssystem
Alex FlantzSyriens Gesundheitsminister sucht in Solingen Hilfe für kollabiertes Gesundheitssystem
Syriens Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besuchte am Donnerstag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch markiert einen Schritt zur Stärkung der medizinischen Zusammenarbeit zwischen dem Land und dem deutschen Krankenhaus, in dem er einst fünf Jahre lang als Neurochirurg ausgebildet wurde.
Al-Ali kehrte 2025 nach Syrien zurück und leitet seitdem das Gesundheitsministerium des Landes. Sein Besuch in Solingen erfolgt zu einer Zeit, in der Syrien unter schweren Engpässen bei medizinischer Ausstattung und qualifiziertem Personal leidet. Jahre des Konflikts haben viele Krankenhäuser zerstört und Millionen Menschen – darunter auch Fachkräfte – zur Flucht ins Ausland gezwungen.
Über 6,8 Millionen Syrer haben das Land verlassen, was zu gravierenden Lücken in der Gesundheitsversorgung geführt hat. Allein im vergangenen Jahr führten syrische Ärzte im Ausland 10.800 Operationen durch. Um die Krise abzumildern, hat al-Ali kurzfristige Einsätze für diese Mediziner genehmigt, damit sie zur Durchführung von Operationen in ihre Heimat zurückkehren können.
Während seines Besuchs erörterte der Minister mögliche Kooperationen mit dem Städtischen Klinikum Solingen. Geplant ist unter anderem ein Austauschprogramm für junge Fachkräfte, das dazu beitragen soll, das Know-how im zerstörten syrischen Gesundheitssystem wieder aufzubauen.
Die Vorschläge des Ministers konzentrieren sich auf praktische Lösungen für den medizinischen Mangel in Syrien. Durch Partnerschaften mit Krankenhäusern wie Solingen hofft das Land, lebenswichtige Dienstleistungen wiederherzustellen und eine neue Generation von Ärzten auszubilden. Die Initiative könnte dringend benötigte Entlastung für ein Gesundheitssystem bringen, das sich noch immer von den Folgen jahrelanger Kriegswirren erholt.






