Stefan Evers übernimmt Berlins Kulturressort nach Skandal um Fördergelder
Nadeschda PärtzeltStefan Evers übernimmt Berlins Kulturressort nach Skandal um Fördergelder
Berlins Finanzsenator Stefan Evers (CDU) übernimmt zusätzlich die Leitung des Kulturressorts. Die Entscheidung folgt auf den Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson, die nach Bekanntwerden finanzieller Unregelmäßigkeiten in einem Prüfbericht von ihrem Amt zurückgetreten war. Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gab die personelle Veränderung am Mittwochmorgen bekannt.
Die Ernennung erfolgte nach einer Sitzung am Dienstagabend, bei der sich die CDU-Bezirksvorsitzenden einstimmig für Evers aussprachen. Kai Wegner nahm an der Beratung teil und unterstützte die Entscheidung. Zunächst war Thomas Heilmann (CDU) für die Position im Gespräch gewesen, letztlich fiel die Wahl jedoch auf Evers.
Evers wird bis zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen im September 2024 sowohl das Finanz- als auch das Kulturressort leiten. Ausschlaggebend für seine Berufung waren seine finanzpolitische Expertise sowie seine enge Verbindung zur Kulturszene. Bereits jetzt ist er in die Verhandlungen zum Hauptstadtfinanzierungsvertrag eingebunden, der die Förderung des Berliner Kultursektors regelt.
Der Wechsel steht im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson am Freitag. Ein Prüfbericht hatte offenbart, dass unter ihrer Führung 2,6 Millionen Euro für Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus rechtswidrig bewilligt worden waren.
Evers übernimmt die Doppelfunktion in einer kritischen Phase, in der er finanzpolitische Verantwortung mit kulturellen Aufgaben vereinen muss. Seine Führung wird die Ausrichtung der Berliner Kulturförderung bis zur anstehenden Wahl prägen. Mit der Entscheidung soll nach dem jüngsten Skandal wieder Stabilität in die Verwaltung gebracht werden.






