29 April 2026, 06:51

Rechtsextremes Treffen in Potsdam entfacht Debatte um "Remigration" und Ethnopluralismus

Plakat mit der Aufschrift "Der Kommunist auf dem Weg zu einer revolutionären kommunistischen Partei" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem roten Rand und einem Hammer und Sichel-Logo.

Rechtsextremes Treffen in Potsdam entfacht Debatte um "Remigration" und Ethnopluralismus

Rechtsextremes Treffen in Potsdam sorgt für Aufsehen – umstrittenes Gedicht und "Remigrations"-Debatte

Ein kürzlich stattgefundenes rechtsextremes Treffen in Potsdam hat für Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem der Gastgeber Gernot Mörig die Veranstaltung mit einem umstrittenen Gedicht eröffnet hatte. Vorgetragen von Konrad Windisch, einem bekannten österreichischen Neonazi, transportierte das Werk zwar eine Botschaft der "europäischen Einheit" – allerdings mit deutlich rechtsextremer Prägung. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand zudem das Schlagwort "Remigration", ein Begriff, der mit extremistischen Forderungen nach der Abschiebung von Minderheiten verbunden wird.

Veranstalter des Potsdam-Treffens war Mörig, der in den 1970er-Jahren Bundesvorsitzender der rechtsextremen Bund Heimattreuer Jugend (BHJ) gewesen war. Er ließ den Abend mit Windischs Rezitation von "Da begannen sie, Europa zu suchen" eröffnen – ein Gedicht, das die Wissenschaftlerin Susan Arndt später als rechtsextreme Erzählung einordnete, die Ethnopluralismus und "Remigration" propagiert. Mörig nannte bewusst nicht den Autor, vermutlich, um sich von Windisch zu distanzieren, mit dem er vor 45 Jahren wegen ideologischer Differenzen einen erbitterten Bruch erlebt hatte.

"Remigration" entwickelte sich zum zentralen Thema der Diskussion. Martin Sellner, Kopf der Identitären Bewegung, schlug vor, das Konzept zu nutzen, um "nicht assimilierte Bürger" durch verschärfte Gesetze und Zwangsassimilation unter Druck zu setzen. Arndts Analyse des Gedichts zeigt, dass die "europäische Einheit" darin nicht als Zusammenarbeit, sondern als Aufruf zur ethnischen Trennung im Sinne rechtsextremer Ideale dargestellt wird.

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Mörigs gemeinsame Vergangenheit mit Windisch verleiht dem Treffen eine zusätzliche Brisanz. Einst Verbündete in der BHJ, zerbrach ihre Beziehung vor Jahrzehnten, als Mörig "zu liberale" Positionen vorgeworfen wurden. Dennoch kamen beim Potsdam-Treffen ihre gemeinsamen extremistischen Wurzeln wieder zum Vorschein – Windischs Vortrag gab den Ton für die spaltenden Themen des Abends vor.

Die Veranstaltung in Potsdam unterstrich die Hartnäckigkeit rechtsextremer Rhetorik, in deren Kern "Remigration" und Ethnopluralismus stehen. Dass Mörig trotz der alten Konflikte Windischs Gedicht einband, zeigt die anhaltenden Verflechtungen in extremistischen Kreisen. Wissenschaftler:innen und Beobachter:innen analysieren nun die Folgen des Treffens für die rechtsextreme Mobilisierung in Europa.

Quelle