Radio CORAX kämpft um seine Zukunft zwischen Vielfalt und politischen Angriffen
Alex FlantzRadio CORAX kämpft um seine Zukunft zwischen Vielfalt und politischen Angriffen
Radio CORAX – unabhängiges Radio in Halle (Saale) seit 2000
Seit über zwei Jahrzehnten sendet Radio CORAX, ein unabhängiger Sender aus Halle (Saale), ein Programm, das durch seine Vielfalt besticht. Doch nun sieht sich der Sender mit politischen Angriffen und finanziellen Unsicherheiten konfrontiert, die seine Zukunft gefährden. Finanziert wird CORAX durch eine Mischung aus öffentlichen Fördergeldern, Spenden und dem Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen.
Das Besondere an CORAX: Jeder kann hier eine eigene Sendung vorschlagen. Ein kurzer Pitch in der Redaktionssitzung und ein kleines Workshop-Training reichen aus, um loszulegen. Dieses offene Modell hat dazu geführt, dass rund 400 Mitglieder etwa 175 verschiedene Formate produzieren – die meisten davon ehrenamtlich. Sendungen wie Tipkin oder das Magazin Serendipität spiegeln die breite inhaltliche Ausrichtung wider, die von den Communities geprägt wird, an die sich der Sender richtet: von Kindern über queere Hörer:innen bis hin zu Geflüchteten.
Aktuell erhält CORAX jährlich etwa 200.000 Euro von der Landesmedienanstalt. Hinzu kommen Mittel aus lokalen Förderprogrammen, Projektgeldern und Spenden der Hörer:innen. Über das Radioprogramm hinaus veranstaltet der Sender Filmabende, öffentliche Diskussionen und Workshops in seinen Räumen. Zudem ist CORAX Teil von AMARC, einem weltweiten Netzwerk nichtkommerzieller Radiosender.
Trotz seines Erfolgs als communitygetragener Sender steht CORAX nun unter Druck. Die rechtspopulistische AfD fordert die Streichung der Fördergelder und begründet dies mit Kritik am Programm. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Spenden bleibt das Team entschlossen, sein vielfältiges Angebot weiter aufrechtzuerhalten.
Täglich bringt CORAX ein neues Programm – von Musik über Talkformate bis hin zu experimentellen Sendungen. Die Zukunft des Senders hängt davon ab, diese Vielfalt zu bewahren und gleichzeitig politische wie finanzielle Hürden zu meistern.
Trotz der bevorstehenden Förderherausforderungen wird CORAX sein buntes Programm weiterführen. Die Zukunft des Senders liegt in der Hand seiner Hörer:innen und Förderer. Vorerst bleiben Türen und Frequenzen für alle offen, die mitmachen möchten.






