Prien will kontrolliertes Trinken für 14- und 15-Jährige verbieten
Bundesfamilienministerin Karin Prien hat vorgeschlagen, das sogenannte "kontrollierte Trinken" für 14- und 15-Jährige abzuschaffen. Die geplante Änderung würde die bisherige Ausnahme streichen, die es Minderjährigen erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Alkohol zu konsumieren. Der Vorstoß ist Teil einer umfassenderen Reform des Jugendschutzgesetzes.
Der Gesetzentwurf zielt auf das Jugendschutzgesetz ab und soll die Regelung abschaffen, die es jungen Teenagern bisher ermöglicht, in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person Alkohol zu trinken. Das Ministerium unter Prien verweist auf gesundheitliche Risiken, gewalttätiges Verhalten und Vernachlässigung, die mit frühem Alkoholkonsum einhergehen. Zudem führen Beamte die steigenden Suchtraten unter Jugendlichen als zentralen Grund für die Reform an.
Der Vorschlag ist in ein größeres Gesetzespaket eingebettet, das sich auf den Kinder- und Jugendschutz konzentriert. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Anhörungsphase mit beteiligten Interessenvertretern; die Abstimmung im Bundestag ist noch für dieses Jahr geplant. Präventive Maßnahmen zum Schutz junger Menschen vor Alltagssüchten sind ebenfalls Bestandteil des Gesetzentwurfs.
In den vergangenen fünf Jahren gab es in anderen Bundesländern weder größere öffentliche Debatten noch politische Kurswechsel zu Alkoholbeschränkungen für Minderjährige. Aus verfügbaren Quellen geht zudem nicht hervor, dass Fachleute, Elternverbände oder Jugendschutzorganisationen maßgeblich zu der Thematik Stellung bezogen hätten.
Sollte die Novelle verabschiedet werden, würde dies einen deutlichen Kurswechsel in Deutschlands Umgang mit Alkoholkonsum von Jugendlichen bedeuten. Das Verbot von kontrolliertem Alkoholgenuss für 14- und 15-Jährige würde mit Inkrafttreten des Gesetzes greifen. Die Regierung setzt weiterhin auf die Verringerung von Suchtrisiken und den Ausbau des Jugendschutzes.






