29 March 2026, 02:34

Ölpreis explodiert auf über 100 Dollar – deutsche Industrie in der Krise

Eine Liniengrafik, die die US-Öl/Petroleum-Produktion, -Importe und -Exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ölpreis explodiert auf über 100 Dollar – deutsche Industrie in der Krise

Ölpreise schnellen auf über 100 Dollar pro Fass – Mittelost-Krise belastet deutsche Industrie

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Die Ölpreise sind angesichts der eskalierenden Spannungen im Nahen Osten auf über 100 Dollar pro Fass gestiegen. Der Anstieg beträgt mittlerweile mehr als 40 Prozent seit Mitte März 2026 und hat den Preis für die Nordsee-Sorte Brent auf 113 Dollar getrieben – ein Niveau, das an den Preisschock von 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine erinnert. Besonders betroffen sind deutsche Industrieunternehmen wie der Stahlkonzern Thyssenkrupp, die unter steigenden Kosten und fallenden Aktienkursen leiden.

Die Iran-Krise hat den Ölpreis stark in die Höhe getrieben: Brent notierte am 26. März bei 106,15 Dollar, bevor er weiter anstieg. Ende März erreichte die Nordseesorte 113 Dollar, während der Preis für OPEC-Öl auf etwa 143 Dollar pro Fass kletterte. Die Entwicklung weckt Erinnerungen an das Jahr 2022, als die Preise nach Beginn des Ukraine-Kriegs kurzzeitig über 110 Dollar stiegen.

Thyssenkrupp kämpft mit den Folgen der gestiegenen Produktionskosten – die Aktie des Konzerns ist auf ein 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro gefallen, fast 44 Prozent unter dem Höchststand von 13,24 Euro im Oktober. Allein in den letzten 30 Tagen verlor das Papier etwa 31 Prozent an Wert. Gleichzeitig drosselt das französische Werk die Produktion weiter, da es gegen billige Importe kaum bestehen kann.

Als Reaktion auf die Krise hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 geäußert. Die Regierung arbeitet zudem an einem "Entlastungspaket für Spritpreise" und prüft die Freigabe staatlicher Ölreserven, um die wirtschaftliche Belastung abzumildern.

Die finanziellen Probleme von Thyssenkrupp dürften anhalten, sofern die Ölpreise nicht sinken und der Importdruck nachlässt. Die Maßnahmen der Bundesregierung zielen darauf ab, die Kraftstoffkosten zu stabilisieren und industrielle Lieferketten zu schützen. Doch solange die Energiekrise und Handelsherausforderungen bestehen, bleibt die Aktie des Stahlkonzerns unter massivem Druck.

Quelle