Niedersachsen setzt auf tiefe Geothermie als Schlüssel für die Energiewende
Nadeschda PärtzeltNiedersachsen setzt auf tiefe Geothermie als Schlüssel für die Energiewende
Tiefe Geothermie gewinnt in Niedersachsen an Fahrt – als zentraler Baustein der Energiewende
In Niedersachsen setzt sich die tiefe Geothermie zunehmend als wichtiger Pfeiler der regionalen Energiewende durch. Die Nachfrage nach dieser erneuerbaren Energiequelle steigt bei Kommunen, Energieversorgern und industriellen Großverbrauchern. Um diesen Trend zu unterstützen, hat der Niedersächsische Geothermiedienst (NGD) nun eine detaillierte Kartenserie veröffentlicht, die bei der Standortsuche für geothermische Projekte helfen soll.
Die neuen Karten, herausgegeben vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), zeigen Gebiete mit besonders hohem Potenzial für die Nutzung tiefer Geothermie. Solche Anlagen nutzen Bohrungen, die tiefer als 400 Meter reichen – in Deutschland liegen die meisten zwischen 2.000 und 3.500 Metern unter der Erdoberfläche. Die aktuellen Daten konzentrieren sich auf die Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, wo über 200 Millionen Jahre alte Gesteinsschichten in Tiefen von bis zu 2.600 Metern lagern und Temperaturen von über 100 Grad Celsius erreichen.
Grundlage der Karten sind Informationen aus mehr als 1.100 Tiefbohrungen in ganz Niedersachsen. Sie sollen die Suche nach geeigneten Standorten erleichtern, indem sie Sandsteinschichten ausweisen, in denen Thermalwasser gefördert werden kann. An der Oberfläche wird die Wärme dann über Wärmetauscher nutzbar gemacht und liefert so eine stetige Energiequelle.
Trotz des ungenutzten Potenzials in Norddeutschland haben hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken die Entwicklung bisher gebremst. Die neue Online-Ressource soll diese Unsicherheiten verringern, indem sie detailliertere Einblicke in die geothermischen Kapazitäten der Region bietet.
Die Kartenserie steht ab sofort öffentlich online zur Verfügung und bietet Kommunen sowie Unternehmen ein praktisches Werkzeug für Investitionen in Geothermie. Mit besseren Daten will Niedersachsen den Ausbau dieser nachhaltigen Wärmequelle in den kommenden Jahren beschleunigen.






