Neue Spritpreis-Regel treibt Superbenzin-Kosten um 6 Cent nach oben
Eine neue Regelung in Deutschland hat der Ölindustrie höhere Gewinne beschert. Seit dem 1. April dürfen Tankstellen die Spritpreise alle zwölf Stunden anpassen – statt wie bisher nur einmal täglich. Erste Daten deuten darauf hin, dass diese Änderung die Kraftstoffkosten für Autofahrer in die Höhe getrieben hat.
Die Regelung trat am 1. April in Kraft und ersetzte die bisherige 24-Stunden-Frist für Preisanpassungen. Forscher des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe (MTS-K) in Deutschland analysierten in den folgenden Wochen die Preisentwicklung. Sie verglichen die Nettopreise an der Zapfsäule mit den Großhandelspreisen am Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA), um die Gewinnspannen zu ermitteln.
In den ersten beiden Wochen stieg die durchschnittliche Gewinnmarge bei Superbenzin um 6 Cent pro Liter. Bei Diesel blieb die Spanne hingegen weitgehend unverändert. Die stärksten Preiserhöhungen waren vor allem bei kleineren Ketten und unabhängigen Tankstellen zu beobachten, während größere Anbieter nur moderate Zuwächse verzeichneten.
Regional gab es deutliche Unterschiede: Besonders in Süddeutschland stiegen die Preise spürbar an. Ein erster Vergleich mit Nachbarländern in der EU zeigte zudem, dass die Spritpreise in Deutschland nach Einführung der neuen Regel stärker kletterten als anderswo. Kritiker hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass das zwölfstündige Fenster Tankstellen dazu verleiten könnte, die Preise präventiv zu erhöhen – und die Verbraucher damit zusätzlich zu belasten.
Die Studie bestätigt, dass die neue Preisregelung die Gewinne der Kraftstoffhändler gesteigert hat, insbesondere bei kleineren Betrieben. Da die Margen für Superbenzin in den ersten Wochen um 6 Cent pro Liter stiegen, waren Autofahrer in Süddeutschland besonders stark von den Preiserhöhungen betroffen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Regelung bereits in den ersten Wochen messbare Auswirkungen auf die Zapfsäulenpreise hatte.






