14 April 2026, 00:36

Neue Enthüllungen im Machtmissbrauch-Skandal um Ex-Bild-Chef Julian Reichelt

Schwarze Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Tracht in einer feierlichen Atmosphäre zeigt.

Neue Enthüllungen im Machtmissbrauch-Skandal um Ex-Bild-Chef Julian Reichelt

Der Rechtsstreit um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt hat sich zugespitzt. Neue Berichte deuten darauf hin, dass der Machtmissbrauch beim Boulevardblatt weitaus verbreiteter war als zunächst angenommen. Nun drängt der öffentlich-rechtliche Sender NDR darauf, zensierte Passagen wiederherzustellen und Zeugen vor Gericht zu laden.

Die Affäre begann 2022, als Der Spiegel erstmals über Reicheltes angebliches Fehlverhalten berichtete. Fast fünf Jahre später ist der Fall noch immer nicht abgeschlossen – ein Beispiel für die langsamen Mühlen der deutschen Justiz, besonders bei presserechtlichen Auseinandersetzungen.

Die ARD-Sendung Reschke Fernsehen enthüllte 2023, dass das Ausmaß der Vorfälle bei Bild schlimmer war als bekannt. Reichelt reagierte mit einem Eilantrag, der den Sender zwang, zentrale Abschnitte des Berichts zu schwärzen. Er bestreitet weiterhin alle Vorwürfe und behauptet, Opfer einer politisch motivierten Kampagne zu sein.

NDR geht nun rechtlich gegen die Zensur vor und will die geschwärzten Passagen wieder veröffentlichen sowie seine Behauptungen belegen. Der Sender plant, Zeugen zu laden, darunter eine Frau, die angibt, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung gedrängt. Eine weitere, noch namentlich nicht bekannte Zeugin hat die schwerwiegendsten Vorwürfe erhoben, sich bisher aber nicht öffentlich geäußert.

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Unklar bleibt, wie viele Affären Reichelt mit Untergebenen hatte und ob er dabei seine Position ausnutzte. Sollte der Fall weiterverhandelt werden, könnte der Bild-Verlag Axel Springer unangenehme Fragen beantworten müssen – einige Frauen sollen berufliche Nachteile erlitten haben, nachdem sie sich geäußert hatten.

Die anstehenden Verfahren könnten eine öffentliche Aufarbeitung der Vorwürfe erzwingen. Der Vorstoß des NDR, die Berichterstattung wiederherzustellen und Zeugen zu hören, könnte neue Beweise ans Licht bringen. Bis dahin zieht sich der Fall hin, während Reichelt seine Unschuld beteuert und Kritiker Konsequenzen fordern.

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