Mittelstand fühlt sich von Merz' Wirtschaftsgipfel kaltgestellt und schlägt Alarm
Nadeschda PärtzeltMittelstand fühlt sich von Merz' Wirtschaftsgipfel kaltgestellt und schlägt Alarm
Vertreter des deutschen Mittelstands haben die Bundesregierung vor einem wichtigen Wirtschaftsgipfel scharf kritisiert. Das Treffen, das von Bundeskanzler Friedrich Merz in der Villa Borsig ausgerichtet wird, soll sich mit anstehenden Reformen befassen – doch viele kleine und mittlere Unternehmen fühlen sich von den Gesprächen ausgeschlossen.
Der Bundesverband Mittlere Wirtschaft (BVMW) und zehn weitere Branchenverbände veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Frustration über die Ausrichtung des Gipfels zum Ausdruck brachten. Sie werfen der Veranstaltung vor, die breite Basis der Wirtschaft, die vom Mittelstand geprägt wird, nicht ausreichend zu repräsentieren. Stattdessen seien vor allem Gewerkschaften und Großarbeitgeberverbände in die Gespräche eingebunden.
Christoph Ahlhaus, Hauptgeschäftsführer des BVMW, kritisierte den Ansatz der Regierung scharf. Er warnte, dass frühere Vereinbarungen die praktischen Realitäten kleinerer Unternehmen ignoriert hätten – ein Fehler, der sich nicht wiederholen dürfe. Die Unterzeichner der Erklärung verwiesen zudem auf weiterhin ungelöste Forderungen, etwa nach Bürokratieabbau und flexibleren Arbeitsmarktregelungen.
Die Ausgrenzung des Mittelstands erfolgt zu einer Zeit wirtschaftlicher Stagnation, die bei vielen Unternehmen Unsicherheit über die Zukunft auslöst. Kritiker bemängeln, dass der industrielle Fokus des Gipfels die tatsächliche Vielfalt der deutschen Wirtschaftslandschaft nicht widerspiegelt.
Der Gipfel findet ohne direkte Beteiligung des Mittelstands statt – trotz dessen Bedenken. Zentrale Themen wie bürokratische Hürden und Reformen des Arbeitsmarktes bleiben weiterhin ungelöst. Vorerst werden die Regierungsgespräche mit Gewerkschaften und Großarbeitgebern an einem Tisch fortgeführt.






