03 April 2026, 16:42

Merz' Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus

Plakat mit einer Karte von Syrien, das die innere Vertriebenen durch Gewalt zeigt, begleitet von Text und Graphiken.

Merz' Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus

Bundeskanzler Friedrich Merz' Prognose, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt bei führenden Wirtschaftsforschern auf Skepsis. Experten warnen, dass ein derartiger massenhafter Wegzug die demografischen Belastungen für das ohnehin schwächelnde Wachstumspotenzial des Landes weiter verschärfen könnte. Die Aussage fällt in eine Zeit, in der offizielle Zahlen zeigen, dass derzeit fast eine Million syrische Staatsbürger in Deutschland leben – die meisten von ihnen kamen als Geflüchtete während des Bürgerkriegs ins Land.

Laut amtlichen Daten aus dem Jahr 2024 lebten zwischen 936.000 und 944.000 Syrer in Deutschland. Bis August 2025 bezifferte das Ausländerzentralregister ihre Zahl auf etwa 950.000, wobei die genaue regionale Verteilung weiterhin unklar bleibt.

Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) argumentiert, dass selbst ein teilweiser Wegzug dieser Gruppe die bereits stockende wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zusätzlich belasten könnte. Sie verwies auf die Sorgen vor einem demografischen Rückgang, da die jüngere Zuwanderung bisher helfen konnte, die Alterung der Erwerbsbevölkerung abzufedern.

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Timo Wollmershäuser vom ifo Institut teilte diese Bedenken. Er betonte, dass viele Syrer mittlerweile in den Arbeitsmarkt integriert seien – ihr Fortgang würde daher direkt die Produktionskapazität verringern. Ohne diese Arbeitskräfte könnte die deutsche Wirtschaftsleistung in den kommenden Jahren vor weitere Herausforderungen gestellt werden.

Die Debatte über mögliche Rückkehren von Syrern findet vor dem Hintergrund langfristiger demografischer und wirtschaftlicher Spannungen in Deutschland statt. Ein spürbarer Rückgang dieser Bevölkerungsgruppe könnte den Fachkräftemangel verschärfen und das Wachstum bremsen. Forscher weisen darauf hin, dass ein großangelegter Wegzug sorgfältig geplant werden müsste, um wirtschaftliche Verwerfungen zu vermeiden.

Quelle