Machtkampf um Bergisch Gladbachs Haushalt: CDU fordert radikale Sparmaßnahmen
Nadeschda PärtzeltMachtkampf um Bergisch Gladbachs Haushalt: CDU fordert radikale Sparmaßnahmen
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach eskalieren zum politischen Machtkampf
Die Haushaltsgespräche in Bergisch Gladbach haben sich zu einem der schärfsten politischen Konflikte der letzten Jahre entwickelt. CDU-Fraktionschef Michael Metten bezeichnete die Verhandlungen als "ungewöhnlich hart" und umriss dabei die zentralen Forderungen seiner Partei. Beteiligt sind zwar SPD und Grüne, doch Metten betonte, dass es im Stadtrat keine formelle Koalition gebe.
Priorität für die CDU hat die Kürzung des geplanten Anstiegs der Grundsteuer um 100 Punkte – statt dessen soll die Erhöhung auf nur noch 25 Punkte begrenzt werden. Metten forderte zudem einen Sparkurs und verwies auf Einsparpotenziale etwa in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media-Stellen. Kritisch äußerte er sich zu den steigenden Verwaltungskosten der Stadt: Seit 2010 sei die Zahl der Beschäftigten um 29 Prozent gewachsen – von 1.187 auf 1.528 Planstellen im Entwurf für den Haushalt 2026.
Metten machte deutlich, dass selbst bei einer Einigung mit SPD und Grünen keine breitere Koalition angestrebt werde. Jede Entscheidung müsse vielmehr "frei und nach sachlichen Gesichtspunkten" verhandelt werden. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt die CDU zwar ab, will aber weiterhin eigene politische Vorhaben einbringen, die sie für richtig hält.
Um die Ausgaben zu begrenzen, schlug Metten eine Deckelung der Personalkosten vor und setzte auf Effizienzsteigerungen – etwa durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die CDU sehe sich durch ein klares Wählermandat legitimiert, das sich nun im Haushalt widerspiegeln müsse.
Die Verhandlungen bleiben umstritten: Die CDU drängt auf massive Kürzungen und strengere Finanzkontrollen. Sollten sich ihre Pläne durchsetzen, könnte dies die Ausgabenprioritäten und die Verwaltungsstruktur der Stadt grundlegend verändern. Das Ergebnis wird zeigen, ob Bergisch Gladbach in den kommenden Jahren einen spürbar zurückhaltenderen Haushalt verfolgt.






