F126-Fregatten: Vier Jahre Verzögerung – erste Auslieferung erst 2031
Alex FlantzF126-Fregatten: Vier Jahre Verzögerung – erste Auslieferung erst 2031
Deutschlands F126-Fregattenprogramm erleidet weiteren Rückschlag – erste Auslieferung erst Ende 2031
Das deutsche F126-Fregattenprogramm hat einen weiteren Dämpfer erhalten: Die ersten Schiffe werden nun frühestens im zweiten Halbjahr 2031 ausgeliefert – vier Jahre später als ursprünglich geplant. Das rund 10 Milliarden Euro schwere Projekt, das zunächst unter der Führung des niederländischen Werftkonzerns Damen Naval stand, soll ab März 2026 von Rheinmetall als Hauptauftragnehmer übernommen werden, um die Verzögerungen aufzuhalten.
Unterdessen verzeichnet der Rüstungskonzern RENK, ein wichtiger Zulieferer der Branche, starke Geschäftszahlen. Trotz Rekordgewinnen und einem wachsenden Auftragsbestand bleibt der Aktienkurs jedoch deutlich unter den jüngsten Höchstständen.
Das F126-Programm, das sechs hochmoderne Fregatten für die Deutsche Marine vorsieht, leidet seit Langem unter anhaltenden Verzögerungen. Unter der Verantwortung von Damen Naval geriet das Vorhaben massiv in Verzug, woraufhin die Bundesregierung die Federführung an Rheinmetall übertrug. Doch selbst mit diesem Wechsel wird die erste Fregatte nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2031 in Dienst gestellt.
Rheinmetalls Übernahme birgt Risiken Die Übernahme durch Rheinmetall ist jedoch nicht ohne Tücken. Die 2025 erworbene Tochter NVL hat in der Vergangenheit bei ähnlichen Marineprojekten immer wieder für Verzögerungen gesorgt – etwa bei der zweiten Baulos der K130-Korvetten, der Klasse 707 oder dem Klasse-424-Programm, die allesamt mit Kostenexplosionen und Terminüberschreitungen zu kämpfen hatten. Die Anleger reagieren verhalten: Während ThyssenKrupp Marine Systems fast sieben Prozent an Wert verlor, gab RENK drei Prozent nach.
Eine endgültige Entscheidung über den F126-Vertrag wird frühestens Ende April erwartet, möglich wäre eine Vergabe jedoch bereits im Laufe des Sommers. Die Unsicherheit belastet die Rüstungsaktien – der Kurs von RENK liegt weiterhin über 40 Prozent unter dem Höchststand von Oktober 2025.
RENK glänzt mit Rekordzahlen – doch die Skepsis bleibt Trotz der Börsennervosität präsentiert sich RENK wirtschaftlich robust. Der Konzern meldete für 2025 einen Umsatzrekord von 1,37 Milliarden Euro, wobei sich der Nettogewinn mit 101 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Der Auftragsbestand kletterte auf 6,68 Milliarden Euro, und für 2026 wird ein Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro prognostiziert. Die Aktionäre profitieren zudem von einer 38-prozentigen Dividendenerhöhung auf 0,58 Euro pro Aktie, die ab dem 11. Juni 2026 ausgezahlt wird.
Die anstehende Entscheidung über den F126-Auftrag wird voraussichtlich bis zum nächsten Quartalsbericht von RENK am 6. Mai 2026 die Stimmung an den Märkten prägen.
Zukunft des F126-Programms hängt an Rheinmetall Nun liegt es an Rheinmetall, die bisherigen Verzögerungen zu überwinden und das ehrgeizige Ziel einer Auslieferung bis 2031 zu erreichen. RENK, wirtschaftlich zwar auf solidem Kurs, steht weiterhin unter Druck – die Anleger fürchten weitere Rückschläge. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, während die Bundesregierung ihre Vertragsentscheidung finalisiert.






