23 May 2026, 20:27

Luftfahrtbranche kämpft mit Steuern, Spritpreisen und Jobverlusten in der Krise

Dreifacher Schlag trifft die Luftfahrtindustrie

Luftfahrtbranche kämpft mit Steuern, Spritpreisen und Jobverlusten in der Krise

Deutschlands Luftfahrtbranche steht unter wachsendem Druck

Steigende Kosten und politische Kurswechsel bedrohen Arbeitsplätze und Wachstum in der deutschen Luftfahrt. Zwar hat die Bundesregierung vorgeschlagen, die Luftverkehrsteuer um 16,1 Prozent zu senken – doch Branchenvertreter warnen, dass diese Maßnahme allein nicht ausreicht, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die jüngsten Reformen haben zwar eine für 2024 beschlossene Steuererhöhung rückgängig gemacht, doch Airlines und Flughäfen kämpfen weiterhin mit finanzieller Belastung. Im Mai 2024 hatte Deutschland die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent angehoben – eine zusätzliche Last für eine ohnehin schon angestrengte Branche. Ein neuer Gesetzentwurf sieht nun vor, die Sätze um 16,1 Prozent zu reduzieren und damit die Erhöhung faktisch zurückzunehmen.

Kritik kommt jedoch von den Airlines: Der Entwurf sieht nicht vor, das frühere System wieder einzuführen, das Einnahmen aus Emissionszertifikaten nutzte, um die Steuerlast proportional zu senken. Die Branche moniert fehlende Planungssicherheit.

Gleichzeitig sind die Treibstoffkosten explodiert: Der Preis für Kerosin hat sich seit Dezember 2023 mehr als verdoppelt. Allein die Lufthansa rechnet durch den Preisschub mit Mehrkosten von 1,7 Milliarden Euro – ein Posten, der mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines ausmacht.

Die Passagierzahlen bleiben unter dem Niveau vor der Pandemie. 2025 fertigten deutsche Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Die zögerliche Erholung verschärft die finanziellen Probleme der gesamten Branche.

Der Kollaps der US-Fluggesellschaft Spirit Airlines im Mai 2023 nach 62 Jahren Betrieb unterstrich zudem die Fragilität des Sektors. In Deutschland sind nun rund 10.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt gefährdet, da Airlines und Flughäfen sparen müssen, um zu überleben.

Die für Juni geplante Vorstellung der Nationalen Luftfahrtstrategie durch Friedrich Merz auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) soll Lösungen aufzeigen. Doch Experten zweifeln, ob der Plan ausreicht, um Deutschlands Position in einem hart umkämpften globalen Markt zu festigen.

Die Branche bleibt mit hohen Spritpreisen, inkonsistenter Steuerpolitik und schwacher Passagiernachfrage konfrontiert. Zwar bringen die geplanten Steuersenkungen etwas Entlastung – doch ohne die Wiedereinführung proportionaler Steuererleichterungen bleiben die Airlines weiteren finanziellen Belastungen ausgesetzt. Mit 10.000 bedrohten Jobs und rückläufigen Passagierzahlen wartet der Sektor nun auf konkrete Impulse aus der angekündigten Regierungsstrategie.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle