16 March 2026, 18:37

Leipzigs Widerstand gegen höhere Personalausweis-Kosten eskaliert gegen Bund

Ein altes deutsches Regierungszertifikat mit handgeschriebenem Text und einem Logo oben.

Leipzig streitet mit Bundesregierung über gestiegene Kosten für Personalausweise - Leipzigs Widerstand gegen höhere Personalausweis-Kosten eskaliert gegen Bund

Leipzig weigert sich, höhere Produktionskosten für Personalausweise zu tragen – nach Preiserhöhung der Bundesdruckerei

Die Stadt Leipzig verweigert die Übernahme der gestiegenen Herstellungskosten für Personalausweise, nachdem die Bundesdruckerei ihre Preise erhöht hat. Die Kommune wirft der Bundesregierung vor, dass ihr Abrechnungssystem die Städte und Gemeinden mit einer ungerechten finanziellen Belastung zurücklasse. Oberbürgermeister Burkhard Jung betont, dass die Kommunen diese Mehrkosten nicht allein schultern dürften.

Der Streit entzündete sich, als die Bundesdruckerei ihre Gebühren für die Ausstellung von Personalausweisen anhob. Seit März 2026 kostet ein Ausweis für Erwachsene ab 24 Jahren statt 37 Euro nun 46 Euro. Leipzig jedoch wird für Antragsteller unter 24 Jahren mit 29,61 Euro pro Ausweis belastet – darf aber gesetzlich nur 27,60 Euro von den Bürgern erheben. Diese Differenz führt zu einem geschätzten jährlichen Fehlbetrag von rund 170.000 Euro für die Stadt.

Das Bundesinnenministerium räumte die höheren Abrechnungsbeträge ein, rechtfertigte sie jedoch als Teil einer "gemischten Kostenkalkulation". Jung konterte scharf: "Wer bestellt, muss auch zahlen" – und forderte, dass Kommunen die Gebühren entsprechend anpassen dürfen. Der Deutsche Städtetag unterstützt Leipzigs Position und argumentiert, dass Städte nicht die finanziellen Folgen von Bundes-Preissteigerungen tragen sollten.

Der Verband wirft zudem grundsätzliche Fragen zur Struktur des Systems auf. Er regt an, die Herstellung von Pässen und Personalausweisen künftig stärker zu zentralisieren, um ähnliche Konflikte zu vermeiden.

Leipzigs Weigerung, die Mehrkosten zu übernehmen, unterstreicht die wachsenden Spannungen zwischen Kommunen und Bund über die Finanzierungsverantwortung. Da die Stadt das Defizit nicht aus dem eigenen Haushalt ausgleichen kann, könnte der Streit zu einer Reform der Gebührenregelung führen – mit möglichen Auswirkungen auf bundesweit betroffene Kommunen, die unter ähnlichem finanziellen Druck stehen.

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