Bayer-Aktie steigt trotz Milliardenverlusten und Roundup-Klagen um fast 5 Prozent
Brit PutzBayer-Aktie steigt trotz Milliardenverlusten und Roundup-Klagen um fast 5 Prozent
Bayer-Aktie legt deutlich zu – trotz Millardenverlusten und Rechtsstreitigkeiten
Die Aktie von Bayer stieg heute deutlich an und kletterte um 4,71 % auf 40,25 Euro. Der Kursanstieg folgt auf positive Studienergebnisse für das Medikament Kerendia, das bald einer deutlich größeren Patientengruppe zugutekommen könnte. Gleichzeitig sieht sich der Konzern weiterhin mit rechtlichen Herausforderungen und hohen finanziellen Belastungen durch Prozesskosten konfrontiert.
Im Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, während die Nettoverschuldung fast 30 Milliarden Euro erreichte. Hohe Sonderbelastungen durch Klagen setzen die Liquidität stark unter Druck. Investoren richten ihren Blick nun auf zwei entscheidende juristische Entwicklungen in den USA: eine Anhörung des Supreme Court zu Warnhinweisen auf Roundup-Produkten sowie eine Regierungsverordnung, die die Versorgung mit Glyphosat sichern soll.
Die mündliche Verhandlung im Roundup-Fall ist für den 1. April 2026 angesetzt – zeitgleich mit der Hauptversammlung von Bayer. Dort stimmen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie ab. Mit einem Urteil des Supreme Court wird bis Mitte Juni 2026 gerechnet.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten verzeichnet die Pharmasparte von Bayer Fortschritte: Kerendia erreichte in einer Phase-III-Studie sein Hauptziel bei Patienten mit nicht-diabetischer Nierenerkrankung. Bisher ist das Medikament nur für Nierenpatienten mit Typ-2-Diabetes und bestimmten Formen von Herzinsuffizienz zugelassen. Das Unternehmen beabsichtigt, eine erweiterte Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA zu beantragen, was den potenziellen Patientenkreis deutlich vergrößern würde.
Langfristig strebt Bayer an, bis 2036 drei weitere Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen, von denen jedes jährlich mehr als eine Milliarde Euro Umsatz generieren soll. Dazu zählen Vericiguat gegen Herzschwäche, Acoramidis für eine seltene Herzerkrankung sowie Asundexian zur Schlaganfallprävention.
Die Entscheidung des Supreme Court im Roundup-Fall könnte die finanzielle Zukunft des Konzerns zusätzlich belasten. Sollte die erweiterte Zulassung von Kerendia gelingen, könnten die Verluste jedoch teilweise durch einen größeren Patientenstamm ausgeglichen werden. Bayer setzt seine langfristige Strategie nun auf die Medikamenten-Pipeline und die Klärung der rechtlichen Risiken.