07 April 2026, 12:36

Krankenkassen-Reform: Höhere Beiträge und Steuern gegen Milliarden-Defizit bis 2030

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo.

Krankenkassen-Reform: Höhere Beiträge und Steuern gegen Milliarden-Defizit bis 2030

Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hat eine Reihe von Vorschlägen vorgelegt, um die wachsende Finanzkrise im deutschen gesetzlichen Krankenversicherungssystem zu bewältigen. Ohne Reformen droht Experten zufolge bis 2027 ein Fehlbetrag von 15 Milliarden Euro, der sich bis 2030 auf über 40 Milliarden Euro erhöhen könnte. Die Empfehlungen zielen darauf ab, die Ausgaben zu senken und gleichzeitig durch Steuern sowie höhere Beiträge zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Laut dem Kommissionsbericht sollen 12 Milliarden Euro an Versicherungsbeiträgen für Grundsicherungsempfänger aus Bundessteuermitteln finanziert werden. Dies würde die Belastung des Systems verringern, die Last jedoch auf die Steuerzahler verlagern. Gleichzeitig müssen versicherte Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber mit höheren Abgaben rechnen – bereits im nächsten Jahr wären das zusätzlich 260 Euro, bis 2030 steigt der Betrag auf 680 Euro an.

Um die Ausgaben zu drücken, sieht der Plan strengere Regeln für Wahloperationen vor. So könnte eine verpflichtende Zweitmeinung vor Knieoperationen Milliarden sparen, da 85 Prozent der Patienten nach einer solchen Beratung angeblich auf den Eingriff verzichten. Zudem sollen Versicherte höhere Zuzahlungen leisten, was rund 4 Milliarden Euro einsparen würde. Krankenhäuser, Ärzte und Pharmahersteller müssten weitere 19 Milliarden Euro an Kürzungen tragen.

Zur Einnahmenerhöhung schlägt die Kommission neue Steuern vor. Tabakwaren und hochprozentige Alkoholika sollen teurer werden, während eine Zuckersteuer von 32 Cent pro Liter zuckerhaltige Getränke belasten würde. Falls vollständig umgesetzt, könnten diese Maßnahmen bereits im nächsten Jahr 42 Milliarden Euro einbringen und bis 2030 sogar 64 Milliarden Euro.

Die Reaktionen auf die Pläne fallen gespalten aus. Während einige Gruppen die Reformen als notwendig befürworten, gibt es Kritik an konkreten Sparmaßnahmen. Gesundheitsministerin Nina Warken wird nun die Optionen prüfen und mit den Koalitionspartnern einen Kompromiss aushandeln.

Die Vorschläge sollen das Gesundheitssystem durch eine Kombination aus höheren Beiträgen, neuen Steuern und Ausgabenkürzungen stabilisieren. Bei Umsetzung würden sie das prognostizierte Defizit verringern, benötigen jedoch die Zustimmung von Abgeordneten und Beteiligten. Die nächsten Schritte der Ministerin werden entscheiden, welche Maßnahmen tatsächlich vorankommen.

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