11 June 2026, 14:32

Konservative Denkfabrik R21 in der Kritik: Droht der Verlust der Gemeinnützigkeit?

Vom rechten Think Tank zu Katherina Reiche

Konservative Denkfabrik R21 in der Kritik: Droht der Verlust der Gemeinnützigkeit?

Die Münchner konservative Denkfabrik Republik 21 (R21) steht wegen angeblicher Parteilichkeit in der Kritik. Die 2021 gegründete Organisation genießt Gemeinnützigkeitsstatus und könnte Anspruch auf bis zu 500.000 Euro staatliche Förderung haben. Kritiker werfen ihr vor, dass ihre politische Ausrichtung sie von öffentlicher Unterstützung ausschließen sollte.

R21 wurde als Plattform für konservatives Gedankengut ins Leben gerufen und wird von prominenten Persönlichkeiten getragen. Zu den Mitgliedern des Führungsteams zählen der Historiker Andreas Rödder und die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Unterstützung erhält die Denkfabrik auch vom Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, der sich für staatliche Fördergelder einsetzt.

Die Bedenken hinsichtlich der Neutralität von R21 nehmen zu. Ein von der linksgerichteten Gruppe Campact in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten sieht in der staatlichen Förderung schwerwiegende verfassungsrechtliche Probleme. Campact selbst verlor 2019 aus ähnlichen Gründen den Gemeinnützigkeitsstatus – ebenso wie die Organisation Attac bereits 2014.

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Nils Hesse, ein regelmäßiger Autor für R21, leitet inzwischen die Einheit „Reden und Strategische Kommunikation“ im Bundeswirtschaftsministerium. Während seiner Zeit bei R21 kritisierte er häufig die deutsche Energiewende, was die Fragen nach der Unparteilichkeit der Denkfabrik weiter anheizt.

Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob R21 mit ihren Aktivitäten die Grenze zur parteiischen Politik überschreitet. Sollte die Organisation als zu einseitig eingestuft werden, droht ihr der Verlust des Gemeinnützigkeitsstatus und damit der Zugang zu öffentlichen Geldern. Das Ergebnis könnte Präzedenzfall für die künftige Förderung politisch ausgerichteter Organisationen werden.

Quelle