"Kein Körper passt" feiert rauschhafte Bühnenpremiere in Berlin
Nadeschda Pärtzelt"Kein Körper passt" feiert rauschhafte Bühnenpremiere in Berlin
Die Bühnenadaption von Kein Körper passt feiert Premiere vor ausverkauftem Haus
Am Dienstag eröffnete die Theaterfassung von Kein Körper passt mit ausverkauftem Saal in Berlins Vaganten Bühne in Charlottenburg. Unter der Regie von Max Radestock und Daniela Guse wird Kim de l'HORIZONs preisgekrönter Roman auf der Bühne lebendig. Das Debütwerk, das 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, erstrahlt nun in einer mutigen theatralischen Form.
Die Geschichte folgt Kim, einer genderfluiden Protagonistin, deren Körper sich binären Definitionen entzieht. Gespielt von drei Schauspieler:innen, durchleben sie eine schonungslose Reise durch Sex, Nachtleben und die Dating-App Grindr – auf der Suche nach Selbstakzeptanz. Der Weg beginnt, als die Demenz ihrer Großmutter sie in eine Schweizer Kindheit zurückwirft und lange vergrabenen Familientraumata auf die Spur kommt.
Kim findet flüchtigen Halt unter einer Blutbuche, die einst ihr Urgroßvater für eine enterbte Tochter gepflanzt hatte. Der Baum wird zum Symbol ihres Kampfes, Scham in Zugehörigkeit zu verwandeln. Im Verlauf der Handlung bestatten die drei Darsteller:innen gemeinsam das "Große Meer" – eine Metapher für generationenübergreifendes Schweigen –, während sie den Wurzeln von Kims Identität nachspüren.
Die literarische Erkundung eines körperlosen Daseins und geerbten Leidens hallt nun auf der Bühne wider. Durch fragmentierte Erinnerungen und körperlich spürbare Begegnungen spiegelt die Inszenierung Kims chaotischen, kompromisslosen Weg wider, ihren Platz in der Welt zu begreifen.
Die Premiere markiert ein neues Kapitel für Kein Körper passt – vom Buch zur Bühne unter der Regie von Radestock und Guse. Mit ihrem ausverkauften Debüt führt das Stück das Erbe des Romans fort: Normen herauszufordern und Schweigen zu brechen. Das Publikum erlebt nun Kims Geschichte in einem Raum, in dem sich Theater und persönliche Vergangenheit begegnen.






