Informationsfreiheitsgesetz: Wie Bürger geheime Machenschaften der Regierung aufdecken
Adem SeidelInformationsfreiheitsgesetz: Wie Bürger geheime Machenschaften der Regierung aufdecken
Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ermöglicht Bürgern, Behördendokumente anzufordern und die Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. Doch das Gesetz sieht sich zunehmend mit Bedrohungen konfrontiert – von politischer Opposition bis hin zu verschärften Ablehnungsregeln. Aktuelle Enthüllungen zeigen jedoch, wie es nach wie vor verborgene Machenschaften aufdeckt – trotz aller Versuche, es zu schwächen.
Das IFG hat bereits mehrfach fragwürdige Transparenzpraktiken ans Licht gebracht. Eine Untersuchung förderte zutage, dass eine NGO Millionen an öffentlichen Geldern erhielt, ohne sichtbare Wirkung zu erzielen. Eine andere enthüllte, dass Wolfram Weimer, ein Regierungsbeamter, trotz seiner Beteuerungen, alle Verbindungen gekappt zu haben, weiterhin Kontakt zu seinem früheren Privatunternehmen pflegte. Zudem deckte das Gesetz Absprachen zwischen einem Regierungssprecher und einem Unternehmens-PR-Team bei einer Presseanfrage auf.
Die Transparenzinitiative FragDenStaat nutzt das IFG regelmäßig, um solche Fälle aufzudecken. Die Aktivistengruppe finanziert ihre Arbeit durch Spenden und argumentiert, dass Transparenz die liberale Demokratie stärkt. Doch das System hat Schwächen: Die Durchsetzung von Anfragen erfordert oft juristische Hilfe – etwas, das sich viele nicht leisten können.
Auch der politische Druck wächst. Der CDU-Politiker Philipp Amthor versuchte während der Koalitionsverhandlungen, das IFG abzuschaffen, scheiterte jedoch am Widerstand der SPD. Kürzlich erleichterte die Berliner Landesregierung Behörden zudem die Ablehnung von Anfragen unter Verweis auf Sicherheitsbedenken.
Das IFG bleibt ein zentrales Instrument, um Regierungsgeschäfte offenhezulegen – doch seine Zukunft ist ungewiss. Strengere Regeln und politischer Widerstand könnten den Zugang zu öffentlichen Akten weiter einschränken. Fürs Erste kämpfen Aktivisten weiter für mehr Offenheit – eine Anfrage nach der anderen.






