Handgreiflichkeiten im Berliner SPD-Kreisverband: Streit um Listenplätze eskaliert
Nadeschda PärtzeltHandgreiflichkeiten im Berliner SPD-Kreisverband: Streit um Listenplätze eskaliert
Im September des vergangenen Jahres eskalierte ein hitziger Streit innerhalb des SPD-Kreisverbands Mitte in Berlin sogar handgreiflich. Beteiligt waren Maja Lasic, die bildungspolitische Sprecherin der Partei, und Kazem Radpasand, der Vorsitzende des lokalen Vorstands. Auslöser des Konflikts waren Nominierungen für die Abgeordnetenhauswahl 2026.
Die Auseinandersetzung ereignete sich am 10. September 2025 vor dem Berliner SPD-Parteibüro. Lasic, stellvertretendes Vorstandsmitglied, sprach Radpasand vor einer Funktionärssitzung an. Berichten zufolge war sie wütend, weil sie über eine vorangegangene Abstimmung nicht informiert worden war.
Radpasand warf Lasic später Körperverletzung vor und behauptete, sie habe ihm den Arm verdreht und ihn angeschrien. Lasics Anwältin räumte ein, ihr "verbales Vorgehen sei nicht angemessen" gewesen, bestritt jedoch jede körperliche Attacke oder Drohungen. Der Streit entstand aus Uneinigkeit über sichere Listenplätze für die anstehende Wahl.
Beide hatten bereits in internen Parteientscheidungen aneinandergeraten. Radpasand unterlag Lasic sowohl bei der Kandidatenaufstellung als auch in einer weiteren SPD-Abstimmung. Er wies den Vorwurf zurück, seine öffentlichen Vorwürfe seien politisch motiviert, und betonte, sie basierten allein auf dem Vorfall.
Der Zwischenfall wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen im SPD-Kreisverband Mitte vor der Wahl 2026. Beide Seiten halten an widersprüchlichen Schilderungen des Vorfalls vor dem Parteibüro fest. Die Folgen könnten die innerparteilichen Machtverhältnisse im Vorfeld der Abstimmung beeinflussen.






