Grüner Wirtschaftsrat fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Brit PutzGrüner Wirtschaftsrat fordert Vermögenssteuer für Superreiche ab 100 Millionen Euro
Karl Haeusgen, Vorsitzender des Wirtschaftsrats der Grünen, hat eine neue Vermögenssteuer für Deutschlands Superreiche vorgeschlagen. Der Plan sieht eine jährliche Mindestabgabe von etwa 2 Prozent auf Vermögen über 100 Millionen Euro vor. Haeusgen argumentiert, dass diese Maßnahme die öffentlichen Finanzen entlasten und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität wahren könnte.
Haeusgen, der selbst Miteigentümer eines mittelständischen Unternehmens mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro ist, würde unter Umständen selbst von der geplanten Steuer betroffen sein. Er schlug vor, dass inländische Kapitalertrags- und Einkommensteuern auf die Vermögenssteuer angerechnet werden könnten, um die Akzeptanz zu erhöhen. Dieser Ansatz, so Haeusgen, würde verhindern, dass das Stammvermögen schrumpft – vorausgesetzt, die jährlichen Wertsteigerungen liegen bei bis zu 6 Prozent.
Von 2020 bis 2024 führte Haeusgen den konservativ geprägten Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). Seit Mitte 2025 leitet er gemeinsam mit Marie-Luise Wolff den Wirtschaftsrat der Grünen. Sein aktueller Vorstoß zielt offenbar darauf ab, enttäuschte Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP) sowie unabhängige Unternehmer mit ökologischen Anliegen anzusprechen.
Laut Haeusgen würde die Steuer dazu beitragen, Kürzungen bei Sozialleistungen auszugleichen und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, ohne die Wirtschaftskraft zu schwächen. Gleichzeitig kritisierte er die Politik der Regierung bei den steigenden Spritpreisen und bezeichnete die jüngsten Senkungen der Mineralölsteuer als "planlose Hilfsmaßnahmen" statt als zielgerichtete Lösung.
Die geplante Vermögenssteuer würde auf große und sehr große Vermögen ab 100 Millionen Euro angewandt. Haeusgens Konzept soll fiskalische Verantwortung mit wirtschaftlichem Wachstum in Einklang bringen. Sollte die Reform umgesetzt werden, könnte sie die Steuerbeiträge der vermögendsten Bürger Deutschlands grundlegend verändern.






