21 March 2026, 08:28

Grüne und CDU in Baden-Württemberg starten Sondierungen nach historischem Patt

Alte detaillierte Karte von Baden-Württemberg, Deutschland, mit einem Gebäude in der rechten unteren Ecke, das Straßen, Gebäude und Texte mit Stadtinformationen anzeigt.

Skandal vor der Wahl - Fischer bittet Hagel um Vergebung - Grüne und CDU in Baden-Württemberg starten Sondierungen nach historischem Patt

Grüne und CDU in Baden-Württemberg bereiten formelle Sondierungsgespräche vor, um politisches Patt zu überwinden

Die Grünen und die CDU in Baden-Württemberg steuern auf offizielle Sondierungsgespräche zu, um eine seltene politische Blockade zu durchbrechen. Bei der Landtagswahl am 8. März errangen beide Parteien jeweils 56 Sitze, was sie nun zur Zusammenarbeit zwingt. Der Schritt folgt auf eine öffentliche Entschuldigung einer Grünen-Politikerin, nachdem ein Social-Media-Beitrag für Spannungen zwischen den Lagern gesorgt hatte.

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Die Grünen gingen bei der Wahl am 8. März mit 30,2 Prozent der Stimmen als überraschender Sieger hervor und lagen damit knapp vor der CDU, die 29,7 Prozent erreichte. Das Ergebnis führte zu einer gleich starken Vertretung beider Parteien im Landtag – eine ungewöhnliche Pattsituation.

Noch vor Beginn der Gespräche entschuldigte sich die Grünen-Abgeordnete Simone Fischer bei dem CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Sie hatte einen Beitrag geteilt, der ein acht Jahre altes Video zeigte, in dem Hagel bewundernde Bemerkungen über eine minderjährige Schülerin machte. Der Post enthielt ein Foto Hagels mit der Schlagzeile "Offizielle Warnung" und dem Text "Versteckt eure Kinder". Fischer bedauerte später die Weiterverbreitung des Inhalts und bezeichnete ihn als unangemessen.

Die von Hagel geführte CDU hat bisher keine konkreten Forderungen für die Verhandlungen vorgelegt. Die Partei schloss jedoch eine "willkürliche Verlängerung" der bisherigen Grün-Schwarzen Koalition aus. Hagel pocht auf eine "Partnerschaft auf Augenhöhe" ohne Kompromisse bei zentralen politischen Positionen und lehnt es ab, als Ermöglicher linker Agenden zu fungieren. Die Spannungen aus dem Wahlkampf, der von gegenseitigen Vorwürfen geprägt war, wirken noch nach.

Fischers Entschuldigung wird als Schritt zur Vertrauensbildung vor den Gesprächen gewertet. Die Grünen haben die CDU nun offiziell zu Verhandlungen über die Bildung einer gemeinsamen Regierung eingeladen.

Die Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU werden zeigen, ob in Baden-Württemberg eine Koalition zustande kommt. Da beide Parteien über gleich viele Sitze verfügen, muss jede Einigung ihre unterschiedlichen Prioritäten ausbalancieren. Das Ergebnis wird die politische Ausrichtung des Landes für die kommende Legislaturperiode prägen.

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