"Grüne Ufer": Wie ein vergessener Roman und eine Revolutionssängerin das russische Theater begeistern
Alex Flantz"Grüne Ufer": Wie ein vergessener Roman und eine Revolutionssängerin das russische Theater begeistern
Ein Dichter aus Sowjetzeiten und eine längst vergessene Vorsängerin der Revolution haben in Russland eine neue Theaterproduktion inspiriert.„Grüne Ufer“, ein Stück nach dem Roman von Gennadi Alexejew, feierte kürzlich in Jekaterinburg Premiere. Die Handlung verbindet zwei Leben, die zwar Jahrzehnte trennen, die aber durch Schicksal und künstlerisches Schaffen miteinander verwoben sind.
Die Wurzeln von „Grüne Ufer“ reichen bis zu Alexejews Entdeckung der Anastasia Wjalzewa zurück, einer Romanzen-Sängerin aus den frühen 1900er-Jahren. Fasziniert von ihrem Leben, schuf er einen Roman, der ihre Geschichte mit der eines fiktiven sowjetischen Dichters verknüpft. Das Ergebnis wurde zu einem gefeierten fantastischen Werk, das sich mit den Themen paralleler Existenzen und verlorener Liebe auseinandersetzt.
Die Bühnenadaption, inszeniert und bearbeitet von Lilia Bornaschewa, brachte den Roman im privaten „Tvary“-Theater Jekaterinburgs zum Leben. Oleg Dulenkin und Jelena Iwanowa übernahmen die Hauptrollen, wobei Iwanowa beeindruckend neun verschiedene Charaktere verkörperte. Trotz der opulenten Erzählweise bietet das Stück kein glückliches Ende.
Die Premiere von „Grüne Ufer“ markiert eine seltene Wiederbelebung sowohl von Alexejews literarischem Werk als auch von Wjalzewas musikalischem Erbe. Die Produktion hat Aufmerksamkeit für ihre ambitionierte Erzählweise und Iwanowas vielseitige Darstellung erregt. Das Publikum in Jekaterinburg erlebte eine düstere Geschichte, in der sich Realität und Fantasie begegnen.






