23 June 2026, 20:18

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ulmen triumphiert über 'Der Spiegel' vor Gericht

Gericht stoppt Spiegel-Berichte zu Christian Ulmen und Deepfake-Skandal

Ein deutsches Gericht hat eine einstweilige Verfügung gegen Der Spiegel erlassen, die dem Magazin untersagt, bestimmte Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Deepfake-Skandal um den Schauspieler Christian Ulmen zu veröffentlichen. Das Urteil verbietet der Zeitschrift zudem, eine 50 Jahre alte E-Mail zu zitieren, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt hatte. Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Ulmen wegen separater Vorwürfe häuslicher Gewalt ermittelt.

Das Hanseatische Oberlandesgericht handelte nach einer Klage Ulmens gegen Der Spiegel im April. Im Mai hatte das Landgericht Hamburg dem Magazin zunächst erlaubt, über die Deepfake-Vorwürfe zu berichten. Nun hat das Obergericht die Veröffentlichung zentraler Behauptungen blockiert, darunter die Aussage, Ulmen habe mit KI erzeugte gefälschte Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt und verbreitet. Das Gericht sah keine ausreichenden Beweise für diese Anschuldigungen.

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Das Urteil untersagt dem Magazin zudem, Ulmens private E-Mail zu verwenden, da diese in den „höchstgeschützten Kernbereich des Privatlebens“ falle. Dennoch darf Der Spiegel weiterhin berichten, dass Fernandes Ulmen körperlicher Misshandlung beschuldigt. Die Kanzlei Schertz-Bergmann, die Ulmen vertritt, wertet die Entscheidung als Schritt zur Wiederherstellung einer fairen öffentlichen Debatte.

Unterdessen haben Politiker auf das übergeordnete Problem des Missbrauchs von KI reagiert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte Pläne an, das Strafrecht gegen nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes zu verschärfen. SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang fordern ebenfalls strengere KI-Regulierungen. Einige konservative Abgeordnete, darunter Daniel Günther (CDU), setzen sich für eine Pflicht zur Verwendung von Klarnamen im Internet ein.

Die Gerichtsentscheidung begrenzt, was Der Spiegel über den Fall Ulmen veröffentlichen darf. Die Staatsanwaltschaft führt derweil ihre separaten Ermittlungen wegen der Vorwürfe häuslicher Gewalt fort. Das Urteil könnte prägend dafür sein, wie Medien künftig über ähnliche Fälle berichten, während Politiker auf strengere rechtliche Rahmenbedingungen für KI-generierte Inhalte drängen.

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