FDP kämpft um Überleben nach Massenrücktritt und Wahl-Debakel
Führungskrise erschüttert die FDP nach Massenrücktritt der Bundesvorstände
Die FDP steckt mitten in einer tiefen Führungskrise: Im März 2026 trat der gesamte Bundesvorstand zurück – als Reaktion auf verheerende Ergebnisse bei den Landtagswahlen, bei denen die Partei nur noch 2,1 Prozent in Rheinland-Pfalz und 4,4 Prozent in Baden-Württemberg erreichte. Nun rückt Marie-Agnes Strack-Zimmermann als mögliche Co-Vorsitzende in den Fokus. Sie schlägt ein Doppelspitzenmodell vor, etwa mit Henning Höne, das auf dem anstehenden Parteitag im Mai beschlossen werden soll.
Die Rücktritte folgten monatelanger Kritik an strategischen Fehlentscheidungen der Liberalen. Bereits 2025 war der FDP der Einzug in den Bundestag misslungen, doch die jüngsten Niederlagen auf Landesebene vertieften die internen Gräben. Strack-Zimmermann, derzeit Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungssausschusses im Europaparlament, positioniert sich als Reformerin, die die Partei neu ausrichten will.
Sie wies Konkurrenten zurück, denen sie vorwirft, den Führungsstreit für persönliche Rechnungen zu nutzen. Solche Kandidaten stellten nach ihrer Ansicht das Eigeninteresse über das Überleben der Partei. Gleichzeitig zeigte sie sich offen für eine gemeinsame Spitze – sofern die Mitglieder diesem Modell zustimmen.
Trotz der Turbulenzen bleibt die Koalitionsstrategie aus der Bundestagswahl 2025 unverändert: Diese Weichenstellungen waren längst beschlossen. Nun rückt der Mai-Parteitag in den Mittelpunkt, auf dem die Delegierten unter Druck ein neues Führungsteam wählen müssen, das die FDP aus der Krise führen soll.
Strack-Zimmermann dankte der Partei für das Vertrauen und versprach, am Wiederaufbau mitzuwirken. Doch die FDP steht vor einer Richtungsentscheidung: Folgt sie ihrem Kurs oder setzt sie auf andere Bewerber? Das Ergebnis des Parteitags wird zeigen, ob die Liberalen sich von ihrem historisch schlechtesten Abschneiden seit Jahrzehnten erholen können.






