13 June 2026, 12:17

EZB erhöht Leitzinsen erstmals seit drei Jahren – doch der Effekt bleibt fraglich

Wende bei den Zinsen der EZB

EZB erhöht Leitzinsen erstmals seit drei Jahren – doch der Effekt bleibt fraglich

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum ersten Mal seit fast drei Jahren ihre Leitzinsen angehoben. Die Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt markiert einen Kurswechsel in der Geldpolitik. Doch der Schritt gilt vor allem als symbolisch im Kampf gegen die aktuelle Wirtschaftskrise.

Eine Inflationswelle hat Europa erfasst, ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus im Iran-Konflikt. Die Kosten für fossile Brennstoffe sind daraufhin in die Höhe geschnellt. Die Zinserhöhung der EZB wird diese explodierenden Preise kaum bremsen können, da die Ursache geopolitischer und nicht wirtschaftlicher Natur ist.

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2022 versuchte die deutsche Ampelkoalition, die Krise durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Einführung von Preisdeckeln für Strom und Gas in den Griff zu bekommen. Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus. Ökonomen kritisieren, dass die politische Zurückhaltung bei weiteren fiskal- und steuerpolitischen Reformen nun das Haupthemmnis für eine wirksame Krisenbewältigung darstellt.

Mit ihrer Entscheidung verlagert die EZB die Verantwortung auf die Regierungen. Höhere Zinsen machen Investitionen teurer und könnten dringend benötigte Projekte verzögern. Das birgt die Gefahr, die ohnehin stagnierende deutsche Wirtschaft weiter zu schwächen.

Die Bundesregierung kann sich nicht länger allein auf die Geldpolitik verlassen, um die Krise zu lösen. Die Ampelkoalition wird aufgefordert, gezielte Maßnahmen zu ergreifen – etwa Industrie-Strompreise, gestaffelte Energiezuschüsse und Investitionen in Energieeffizienz. Solche Schritte könnten helfen, die Wirtschaft zu stabilisieren und die Anfälligkeit für künftige Schocks zu verringern.

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