30 May 2026, 22:22

"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen fossile Gasprojekte eskalieren

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

"Ende Gelände" legt Ruhrgebiet lahm – Proteste gegen fossile Gasprojekte eskalieren

Klimaschutzaktivist:innen des antikapitalistischen Bündnisses Ende Gelände haben eine Protestwelle im Ruhrgebiet gestartet. Ihre Demonstrationen richten sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen und umfassen Aktionen an Kraftwerken, Fabriken und Verkehrsachsen. Unterdessen hat die Polizei eine der Kundgebungen verboten – die Organisator:innen haben dagegen rechtliche Schritte eingeleitet.

Am Donnerstag blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, wo derzeit der Bau einer neuen Gaseinheit geplant ist. Einige Protestierende installierten sogar Solarmodule auf dem Gelände, um für erneuerbare Alternativen zu werben. Eine weitere Gruppe unterbrach den Betrieb in der Gießerei Friedrich Wilhelms Hütte in Mülheim, die zum Rüstungskonzern KNDS gehört – ein Unternehmen, an dem die Bundesregierung mit einer Milliardenbeteiligung beteiligt werden will.

In Hamm zogen Demonstrant:innen zum Hauptbahnhof und trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekontzerne enteignen“. An anderer Stelle besetzten Aktivist:innen Gleisanlagen beim Rohrhersteller Europipe, Europas größtem Pipeline-Produzenten, und legten die Produktion vorübergehend lahm. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte später ein Polizeiverbot für eine geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk, doch die Organisator:innen legten Berufung ein und erwarten bis Freitagabend eine Entscheidung.

Die Proteste finden im Vorfeld einer Großdemonstration am Samstag statt, zu der tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet werden. Die Veranstaltung wird von Umweltverbänden und prominenten Persönlichkeiten wie Greta Thunberg unterstützt.

Der Rechtsstreit um die Gersteinwerk-Demonstration bleibt vorerst ungelöst – eine gerichtliche Entscheidung steht noch aus. Sollte das Verbot bestehen bleiben, müssten die Organisator:innen ihre Pläne anpassen. Die großangelegte Kundgebung am Wochenende soll jedoch wie geplant stattfinden und die Kampagne gegen den Ausbau fossiler Energien weiter in den Fokus rücken.

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