Ehegattensplitting entlastet Steuerzahler um 25 Milliarden Euro pro Jahr – wer profitiert wirklich?
Alex FlantzEhegattensplitting entlastet Steuerzahler um 25 Milliarden Euro pro Jahr – wer profitiert wirklich?
Deutschlands Ehegattensplitting spart Steuerzahlern jährlich rund 25 Milliarden Euro
Der größte Teil dieser Entlastungen kommt Familien mit Kindern zugute – insbesondere solchen, in denen beide Elternteile berufstätig sind. Doch jede Reform des Systems würde Haushalte mit nur einem Verdienst am stärksten treffen.
Die Steuervorteile durch das Ehegattensplitting – die deutsche Regelung zur Zusammenveranlagung von Ehepaaren – sind ungleich verteilt: Fast zwei Drittel (63 %) der finanziellen Vorteile fließen an Haushalte, in denen beide Partner ein Einkommen beziehen. Die verbleibenden 37 % der Ersparnisse entfallen auf Einverdiener-Familien, die von einer möglichen Reform am stärksten betroffen wären.
Familien mit Kindern profitieren am meisten: Insgesamt 67 % der Entlastungen – etwa 16,75 Milliarden Euro – gehen an Eltern mit "steuerrelevanten Kindern", also Minderjährigen oder solchen, die sich noch in Ausbildung befinden. Innerhalb dieser Gruppe erhalten 90 % der Vorteile verheiratete Paare mit Kindern. Die restlichen 33 % kommen Eltern zugute, deren Kinder bereits erwachsen sind und keine Ausbildung mehr absolvieren.
Kinderlose Ehepaare schneiden im Vergleich deutlich schlechter ab: Nur 9 % der gesamten Ersparnisse – rund 2,2 Milliarden Euro – entfallen auf diese Haushalte.
Das aktuelle System begünstigt somit vor allem Familien mit unterhaltsberechtigten Kindern, insbesondere Doppelverdiener-Haushalte. Jede Anpassung des Ehegattensplittings müsste die erheblichen Auswirkungen auf Einverdiener-Familien berücksichtigen. Aktuelle Daten dazu, wie sich die Zahl der begünstigten Haushalte in den letzten zehn Jahren entwickelt hat, liegen nicht vor.






