17 March 2026, 00:37

Dritte Tarifrunde im öffentlichen Dienst: 6.000 fordern faire Löhne gegen die Inflation

Eine Gruppe von Menschen mit Fahnen und Fackeln, beleuchtet vom Licht des Feuers, das sie halten, vor einem Gebäude mit Text, das auf eine Protestaktion gegen Regierungskürzungen hinweist.

Dritte Tarifrunde im öffentlichen Dienst: 6.000 fordern faire Löhne gegen die Inflation

Die dritte und letzte Runde der Gehaltsverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder hat am Mittwoch in Potsdam begonnen. Fast 6.000 Mitarbeiter versammelten sich vor dem Verhandlungsort und forderten höhere Löhne, da die Inflation weiterhin die Kaufkraft mindert. Die Gespräche betreffen einen neuen Tarifvertrag, der bundesweit über 2,6 Millionen Beschäftigte betreffen würde.

Die Gewerkschaft ver.di pocht auf eine monatliche Lohnerhöhung von 7 Prozent, mit einer Mindesterhöhung von 300 Euro für Geringverdiener. Auszubildende und Nachwuchskräfte sollen laut Vorschlag zusätzlich 200 Euro erhalten. Die Gewerkschaftsführung argumentiert, dass faire Bezahlung entscheidend sei, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten – besonders angesichts eines aktuellen Personalmangels von rund 600.000 Stellen.

Zudem fordert ver.di eine Laufzeit von nur zwölf Monaten für den Tarifvertrag, in der Hoffnung, dass kürzere Vertragslaufzeiten die Attraktivität der öffentlichen Hand als Arbeitgeber steigern. Die Arbeitgeberseite hingegen lehnt die Forderungen als "finanziell unrealistisch" ab und veranschlagt die Gesamtkosten auf knapp 12,6 Milliarden Euro. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat stattdessen ein Angebot von 5 Prozent mehr Lohn über einen Zeitraum von 29 Monaten vorgelegt.

Demonstranten vor dem Verhandlungsort warfen den Finanzministern vor, die Belegschaft des öffentlichen Dienstes mit herablassender Rhetorik zu behandeln. Da die Positionen beider Seiten weiterhin weit auseinanderliegen, könnte eine vierte Verhandlungsrunde – und weitere Streiks – folgen, falls keine Einigung erzielt wird.

Das Ergebnis dieser Gespräche wird die Bezahlung von Millionen Beschäftigten – von Lehrkräften bis hin zu Pflegepersonal – bestimmen. Sollte keine Einigung zustande kommen, droht eine Ausweitung der Arbeitskämpfe. Das aktuelle durchschnittliche Jahresgehalt im öffentlichen Dienst liegt bei 52.360 Euro, was etwa 4.363 Euro brutto pro Monat entspricht.

AKTUALISIERUNG

Durchbruch in Potsdam: Neues Tarifergebnis im öffentlichen Dienst bekanntgegeben

Die Verhandler haben nach der dritten Runde in Potsdam eine Meilenstein-Vereinbarung bekanntgegeben. Die wichtigsten Punkte lauten:

  • 5,8% Gehaltserhöhung in drei Schritten (2,8% ab April 2026, 2,0% ab März 2027, 1,0% ab Januar 2028)
  • 150 Euro mehr für Auszubildende und Lernende
  • 'Ein faires Kompromiss', sagte TdL-Vorsitzender Andreas Dressel, während ver.di-Chef Frank Werneke es als 'im Einklang mit dem letzten Bundesdeal' bezeichnete.