Doppelte Rezession droht: Deutschlands Wirtschaft schrumpft zwei Jahre in Folge
Adem SeidelDoppelte Rezession droht: Deutschlands Wirtschaft schrumpft zwei Jahre in Folge
Deutschlands führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen für das Land drastisch nach unten korrigiert. In ihrem aktuellen gemeinsamen Bericht, der am Mittwoch, den 24. Mai 2023, veröffentlicht wird, zeichnen sie ein düsteres Bild: zwei Jahre in Folge mit schrumpfender Wirtschaft. Die deutliche Abwärtsrevision folgt auf steigende Öl- und Gaspreise, die mit dem Krieg im Iran in Verbindung stehen.
Noch vor sechs Monaten hatten dieselben Institute ein BIP-Wachstum von 1,3 % für 2023 und 1,4 % für 2024 vorhergesagt. Nun erwarten sie für dieses Jahr einen Rückgang um 0,3 % und im kommenden Jahr einen weiteren Rückgang um 0,2 %. Damit steht Deutschland vor der ersten doppelten Rezession seit über zwei Jahrzehnten.
Die Abwärtsspirale spiegelt sich auch in den Prognosen internationaler Organisationen wie dem IWF und der OECD wider. Beide hatten zuvor noch ein Wachstum von rund 1,0 bis 1,5 % für 2024 prognostiziert. Auch ihre jüngsten Aktualisierungen zeigen nun Rückgänge – die IWF-Prognose für 2026 liegt mittlerweile bei -0,2 %.
Für die kommenden Jahre sehen die Institute nur eine bescheidene Erholung voraus. 2027 soll das Wachstum lediglich 1 % erreichen. Die aktuelle Prognose für 2023 beläuft sich auf ein schwaches Plus von 0,6 % – weit unter den früheren Erwartungen.
Als Hauptgründe für den Abschwung gelten die explodierenden Energiepreise und die geopolitische Instabilität. Der Krieg im Iran hat die Märkte durcheinandergebracht, die Kosten in die Höhe getrieben und die Wirtschaft zusätzlich belastet.
Die überarbeiteten Zahlen bestätigen eine anhaltende Schwächephase ohne Aussicht auf schnelle Besserung. Deutschland steht vor der längsten Rezession seit den frühen 2000er-Jahren. Der Bericht unterstreicht, wie externe Schocks und der Druck durch die Energiekrise weiterhin auf die wirtschaftlichen Perspektiven lasten.






