19 April 2026, 06:28

Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – doch die Industrie zittert vor den Stromkosten

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – doch die Industrie zittert vor den Stromkosten

Deutschland plant einen massiven Ausbau der Windenergie: Umweltminister Carsten Schneider treibt den Bau von 2.000 neuen Windrädern bis 2030 voran. Damit soll die Kapazität um 12 Gigawatt steigen – selbst in Regionen mit schwächeren Windverhältnissen. Doch die steigenden Energiekosten bereiten der Industrie Sorgen, die bereits jetzt mit den höchsten Strompreisen Europas kämpft.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert derzeit bis zu 11 Gigawatt Windkraft. Um auch windschwächere Gebiete zu unterstützen, setzt es auf zwei Instrumente: das "Referenzertragsmodell" und den "Korrekturfaktor". Diese passen die Subventionen an die lokale Windstärke an. Liegt der Windertrag eines Standorts nur bei der Hälfte des Referenzwerts, steigen die Zuschüsse um 55 %.

Besonders Süddeutschland, allen voran Bayern, hinkt im Windkraftausbau dem windreichen Norden seit Langem hinterher. Die durchschnittlichen Windbedingungen – gemessen am sogenannten "Gütefaktor" – liegen hier bei nur 55 %. Daher erhalten 76 % der bayerischen Anlagen zusätzliche Fördergelder. Dennoch besteht Schneider auf die Beibehaltung des aktuellen Modells, obwohl die Koalitionsregierung eigentlich eine Überprüfung der Kosteneffizienz vereinbart hatte.

Der Vorstoß für mehr Windräder kommt zu einer Zeit, in der die deutsche Industrie mit explodierenden Energiekosten zu kämpfen hat. 2024 zahlen energieintensive Unternehmen im Schnitt 10,5 Cent pro Kilowattstunde – der höchste Wert in Europa. Kritiker warnen, dass der Ausbau in windschwachen Gebieten die Preise weiter in die Höhe treiben und die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich belasten könnte.

Schneiders Plan sieht vor, bis 2030 insgesamt 2.000 neue Windräder zu errichten, wobei Subventionen den Ausbau auch in windärmeren Regionen sichern sollen. Zwar soll die Maßnahme die erneuerbaren Energien vorantreiben, doch riskiert sie gleichzeitig höhere Kosten für eine ohnehin schon unter Druck stehende Industrie. Besonders Süddeutschland bleibt dabei auf erhöhte Fördergelder angewiesen, um das Windkraftwachstum aufrechtzuerhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle