20 March 2026, 18:28

Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung vor

Schwarzes und weißes Magazin-Cover mit der Überschrift 'Humoristische Liste', das einen Mann in einem Anzug mit ernster Miene und eine Frau mit einem leichten Grinsen zeigt, die wegsieht.

Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung vor

Deutscher Komiker Christian Ulmen sieht sich neuer Kritik ausgesetzt, nachdem seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, ihm vorwirft, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile angelegt zu haben. Über diese Konten sollen pornografische Inhalte verbreitet, Online-Dates arrangiert und sogar Telefonssex unter ihrer Identität geführt worden sein – Handlungen, die Fernandes als "virtuelle Vergewaltigung" bezeichnet. Die Vorwürfe haben die Debatte über Ulmens lange Geschichte frauenfeindlicher Inhalte in seinen TV-Shows wieder entfacht.

Ulmen wurde in den frühen 2000er-Jahren durch den Quatsch Comedy Club auf ProSieben bekannt, wo er sexistische Sketche moderierte, die häufig Frauen zum Ziel hatten. Seine spätere Sendung Ulmen Television (2002–2006) setzte auf provokante und objektivierende Inhalte, die seinen Ruf als umstrittene Persönlichkeit weiter festigten. Eine seiner berüchtigtsten Figuren war Alexander von Eich, ein reicher, aristokratischer Snob, der seine Freundin mit einem Stock dominierte und sie "Franziskarrrrr" nannte.

Mitte der 2000er spielte Ulmen in der Reality-Show Mein neuer Freund mit, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" verkörperte. Das Konzept bestand darin, Frauen an ihre Grenzen zu treiben – wer sein Verhalten bis zum Ende ertrug, erhielt ein Preisgeld. Zur gleichen Zeit moderierte er die Gameshow Wer will meine Freundin vögeln?, in der Männer darum wetteiferten, wer die "heißeste" Freundin hatte – begleitet von peinlichen Challenges.

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Fernandes' Entscheidung, sich öffentlich zu äußern, zieht Parallelen zu anderen Fällen, in denen Männer die Grenzen von Frauen verletzten. Im Netz verweisen viele nun auf das Motto der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot: "Die Scham muss die Seite wechseln." Die Vorwürfe gegen Ulmen reihen sich ein in eine wachsende Liste von Fällen, die schädliches Verhalten von Prominenten offenlegen.

Als die Beziehung zwischen Fernandes und Ulmen 2010 öffentlich wurde, fragten sich manche Beobachter, warum sie sich auf ihn einließ – angesichts seines bekannten Images. Jetzt lenken ihre Anschuldigungen die Aufmerksamkeit erneut auf seine Karriere und die frauenfeindlichen Strukturen in seinem Werk.

Die Vorwürfe gegen Ulmen sind der vorläufige Höhepunkt jahrelanger Kritik an seinen TV-Formaten, die sich oft auf sexistischen Humor und erniedrigende Frauenbilder stützten. Fernandes' Schilderungen haben eine breitere Diskussion über Verantwortung in der Unterhaltungsbranche ausgelöst. Der Fall zeigt auch, wie einst als "Comedy" abgetanes Verhalten heute mit feministischen Maßstäben neu bewertet wird.

Quelle