27 March 2026, 02:27

Chemieindustrie 2026: ADNOC-Übernahme, Werksschließungen und Tarifabschluss im Fokus

Tortendiagramm, das den globalen Kunststoffmarkt im Jahr 2017 zeigt, mit Abschnitten, die verschiedene Branchen und ihre jeweiligen Wachstumsprozentsätze darstellen.

Chemieindustrie 2026: ADNOC-Übernahme, Werksschließungen und Tarifabschluss im Fokus

Deutschlands Chemieindustrie steht 2026 vor tiefgreifenden Umbrüchen

Die Übernahme von Covestro durch ADNOC nähert sich der Zielgeraden, während Dow Werke in Ostdeutschland schließt. Gleichzeitig einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag – doch Analysten warnen vor weiteren Stellenstreichungen in der Branche.

Die Übernahme von Covestro durch den staatlichen Ölkonzern ADNOC geht in die entscheidende Phase. Der Deal, der bei der Ankündigung Ende 2025 noch mit 14,7 Milliarden Euro bewertet wurde, hat bis März 2026 einen Marktwert von rund 12,35 bis 12,41 Milliarden Euro verloren. Schlechte Geschäftszahlen 2025 – darunter ein Rückgang des EBITDA um 31 Prozent auf 740 Millionen Euro – belasteten die Performance. Der Großaktionär XRG, der über 95 Prozent der Anteile hält, treibt nun den Börsenrückzug voran. Die Covestro-Aktie notiert derzeit bei 59,54 Euro, nur knapp über dem festen Übernahmeangebot von ADNOC in Höhe von 59,46 Euro pro Aktie. Das ungewöhnlich hohe KGV von 98,3 spiegelt dabei weniger die Ertragskraft des Unternehmens wider als vielmehr die Übernahmebedingungen.

Parallel haben ADNOC und der österreichische Mineralölkonzern OMV die Unternehmen Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur neuen Borouge Group International (BGI) fusioniert. Als Vorstandsvorsitzender wird Roger Kearns die Geschäfte führen, Stefan Doboczky übernimmt die Position des Chief Commercial Officers. Das neu geschaffene Unternehmen will seine Position auf dem globalen Chemiemarkt stärken.

Unterdessen verschärft der US-Konzern Dow den Druck auf die Branche: Das Unternehmen bestätigte die Schließung von Standorten in Ostdeutschland. BASF-Chef Markus Kamieth hatte die aktuelle Lage kürzlich als die "schwierigste seit 25 Jahren" bezeichnet. Das Ifo-Institut rechnet 2026 mit weiteren Produktionskürzungen und Arbeitsplatzverlusten in der Chemieindustrie.

Eine positive Nachricht kommt aus den Tarifverhandlungen: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Arbeitgeberverband BAVC einigten sich auf einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten erhalten 2027 eine Lohnerhöhung von 2,1 Prozent, 2028 folgt eine weitere Steigerung um 2,4 Prozent.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Branche im Umbruch Die Chemieindustrie durchlebt eine Phase radikaler Veränderungen. Während die Übernahme von Covestro durch ADNOC kurz vor dem Abschluss steht, prägen Werksstilllegungen und Tarifabschlüsse die Branchenlandschaft. Angesichts der Prognosen zu weiteren Stellenstreichungen müssen sich Unternehmen und Beschäftigte auf zusätzliche Herausforderungen in den kommenden Monaten einstellen.

Quelle