28 March 2026, 16:27

Cannabis-Teillegalisierung: Warum die Reform an Grenzen stößt und Kritik wächst

Gruppe von Menschen, die um ein Auto mit einem "Legalise Cannabis Ireland"-Schild stehen, umgeben von Gebäuden, Laternenmästen und einem klaren blauen Himmel, mit Papieren im Auto sichtbar.

Cannabis-Teillegalisierung: Warum die Reform an Grenzen stößt und Kritik wächst

Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland: Kritik an Umsetzung und Folgen

Seit dem 1. April 2024 ist die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland in Kraft. Seither dürfen Erwachsene die Droge unter bestimmten Auflagen besitzen und konsumieren. Doch die Reform steht zunehmend in der Kritik – vor allem wegen wachsender Bedenken bei der Verkehrssicherheit, der anhaltenden Schwarzmarktaktivitäten und der zögerlichen Einrichtung legaler Anbauvereine.

Nach dem neuen Gesetz dürfen Volljährige Cannabis privat anbauen oder sich nicht-kommerziellen Anbaugemeinschaften mit bis zu 500 Mitgliedern anschließen. Bis Anfang 2025 hatten jedoch bundesweit erst rund 150 dieser Vereine eine vorläufige Genehmigung erhalten – deutlich weniger als die geschätzten 1.000, die für die 4 bis 5 Millionen regelmäßigen Konsumenten in Deutschland nötig wären. Allein in Berlin gingen über 40 Anträge ein, während ländliche Regionen hinterherhinkten. In Brandenburg wurden lediglich 21 Vereine zugelassen, sechs weitere befinden sich noch in der Prüfung.

Ein weiteres Problem ist die Verkehrssicherheit. 2025 stiegen die Verdachtsfälle von Cannabis-Einfluss am Steuer um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727. Die Zahl der nachgewiesenen Unfälle unter Cannabis-Einfluss erhöhte sich leicht von 115 auf 119. Seit August 2024 gilt ein strengerer THC-Grenzwert im Blut von 3,5 Nanogramm pro Milliliter, dessen Überschreitung mit einem Bußgeld von 500 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot geahndet wird.

Kritiker monieren, dass die Legalisierung den Schwarzmarkt nicht schwächen konnte. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) betonte, die Nachfrage übersteige das Angebot aus legalen Vereinen und privatem Anbau bei Weitem. Ein Zwischenbericht des Innenministeriums warnte zudem, dass illegale Händler weiterhin florierten – teilweise mit einer Ausweitung auf härtere Drogen. Im Februar stimmte der CDU-Landesparteitag für eine vollständige Abschaffung des Gesetzes und forderte eine Rückkehr zum früheren Verbot.

Zwei Jahre nach der Teillegalisierung fällt die Bilanz gemischt aus: Die legalen Anbauvereine kommen mit der Nachfrage nicht mit, während Verkehrsvorfälle und Schwarzmarktgeschäfte weiterbestehen. Der Vorstoß der CDU, das Gesetz rückgängig zu machen, spiegelt die anhaltenden Debatten über dessen Wirksamkeit und unerwünschte Nebenwirkungen wider.

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