27 March 2026, 00:34

Bundestag lockert Arbeitsschutzregeln – mehr Effizienz, weniger Sicherheit?

Liniendiagramm, das die Anzahl und Rate von tödlichen Arbeitsunfällen in verschiedenen Branchen im Jahr 2010 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bundestag lockert Arbeitsschutzregeln – mehr Effizienz, weniger Sicherheit?

Der Deutsche Bundestag hat eine Reform verabschiedet, die die Mitarbeitergrenzen für die Bestellung von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit anhebt. Die Änderung soll Unternehmen entlasten und die Effizienz steigern – doch die Entscheidung hat eine Debatte ausgelöst, ob daduch der Arbeitsschutz leiden könnte.

Nach den neuen Regeln müssen Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten künftig keinen eigenen Sicherheitsbeauftragten mehr benennen. Bisher galt diese Pflicht bereits ab 20 Mitarbeitern. Für Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten reicht nun ein einziger Sicherheitsverantwortlicher – sofern sie nicht in Branchen mit hohem Risikopotenzial tätig sind.

Kritiker, darunter Abgeordnete der Grünen und der Linken, warnen, dass die reduzierte Kontrolle zu mehr Arbeitsunfällen führen könnte. Weniger Sicherheitskräfte bedeute auch weniger Überwachung gefährlicher Arbeitsbedingungen, so ihre Befürchtung. Befürworter der Reform verweisen hingegen auf die finanzielle Entlastung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und rechnen mit jährlichen Einsparungen von rund 135 Millionen Euro.

Laut Studien wie der KfW-ifo-Untersuchung gibt es in Deutschland zwischen 3,4 und 3,8 Millionen KMU. Besonders kleinere Betriebe mit moderatem Umsatzwachstum könnten von dem geringeren bürokratischen Aufwand profitieren. Fachleute mahnen jedoch an, die Auswirkungen der Reform genau zu beobachten, um sicherzustellen, dass die Sicherheitsstandards nicht sinken.

Die Diskussion spiegelt den grundsätzlichen Konflikt zwischen wirtschaftlicher Effizienz und Arbeitsschutz wider. Zwar verspricht die Reform Kosteneinsparungen, doch einige fürchten, dass dies auf Kosten der Sicherheit am Arbeitsplatz gehen könnte.

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Die Reform ist nun in Kraft getreten und hat die Schwellenwerte für verpflichtende Sicherheitsbeauftragte angehoben. Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern sind befreit, größere KMU profitieren von vereinfachten Vorgaben. Die Regierung erwartet Entlastungen – doch die Gegner werden genau beobachten, ob die Zahl der Arbeitsunfälle steigt.

Quelle