08 June 2026, 14:29

Bundesregierung manipuliert angeblich Zahlen zur Zuckerreduktion in Softdrinks

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Bundesregierung manipuliert angeblich Zahlen zur Zuckerreduktion in Softdrinks

Bundeslandwirtschaftsministerium gerät wegen Zuckerreduktion in Softdrinks in die Kritik

Das Bundeslandwirtschaftsministerium steht in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass die behauptete Zuckerreduktion in Erfrischungsgetränken deutlich geringer ausfällt als angegeben. Zwar verkündete die Regierung einen Rückgang des Zuckergehalts um 15 Prozent – interne Unterlagen zeigen jedoch einen weitaus kleineren Rückgang. Kritiker werfen dem Ministerium vor, die tatsächlichen Zahlen herunterzuspielen, um schärfere Regulierungen zu vermeiden.

In einer Pressemitteilung hatte das Ministerium erklärt, der Zuckergehalt in „markt relevante[n] Erfrischungsgetränken“ sei seit 2018 um 15 Prozent gesunken. Doch eigene Experten kamen zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug. Der höhere Wert bezog sich lediglich auf einen gewichteten Durchschnitt ausgewählter Getränke – nicht auf den gesamten Markt.

Das Ministerium wies Vorwürfe der Irreführung zurück. Luise Molling von der Verbraucherorganisation Foodwatch bezeichnete die Ankündigung jedoch als „dreiste Versuch“, brancheninterne Fortschritte als Erfolg darzustellen. Sie warf dem Ministerium vor, gesetzliche Zuckergrenzen umgehen zu wollen.

Unterdessen lobbyieren Vertreter der Zucker- und Getränkeindustrie gegen die geplante Zuckersteuer. Die Bundesregierung will die Abgabe 2028 einführen, um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren. Die Steuer soll jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen und so die Belastung des Gesundheitssystems verringern.

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Aus internen Berichten geht zudem hervor, dass die 15-Prozent-Angabe mit erheblichen Unsicherheiten verbunden war. Es gab methodische Bedenken – doch diese Details fehlten in der öffentlichen Stellungnahme des Ministeriums.

Der Streit zeigt die Spannungen zwischen Industrieeinfluss und Gesundheitspolitik. Die geplante Zuckersteuer bleibt vorerst für 2028 vorgesehen, die Einnahmen sollen der Entlastung der Krankenkassen dienen. Zu den Widersprüchen in den Angaben zur Zuckerreduktion hat sich die Behörde bisher nicht geäußert.

Quelle