09 June 2026, 06:25

Bundesrechnungshof zerpflückt Kürzungspläne für Krankenkassen als willkürlich und ungerechtfertigt

Bundesrechnungshof: Klingbeils Haushaltsentwurf schadet der gesetzlichen Krankenversicherung

Bundesrechnungshof zerpflückt Kürzungspläne für Krankenkassen als willkürlich und ungerechtfertigt

Ein neuer Bericht übt scharfe Kritik an den Plänen der Bundesregierung, die jährlichen Bundeszuschüsse für die gesetzlichen Krankenkassen um zwei Milliarden Euro zu kürzen. Der Bundesrechnungshof bezeichnet die Kürzungen als „willkürlich“ und warnt, sie könnten die Versicherten belasten. Die Maßnahme ist Teil des Sparpakets von Gesundheitsminister Warken, das vom Finanzministerium vorangetrieben wird.

Der vom Rechnungshof-Mitglied Oliver Sievers in Auftrag gegebene Bericht kommt zu dem Schluss, dass die geplanten Streichungen sachlich nicht gerechtfertigt sind. Demnach entsprechen die Kürzungen – die jährlichen Zuschüsse sollen von 14,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 12,5 Milliarden Euro bis 2027 sinken – nicht den tatsächlichen Kostenentwicklungen. Bis 2031 summiert sich der Finanzierungsverlust auf insgesamt 4,75 Milliarden Euro.

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Der Rechnungshof wies zudem die Behauptung zurück, dass zusätzliche Mittel für Sozialleistungsempfänger die Kürzungen ausgleichen würden. Zwar erhalten die Krankenkassen künftig jährlich zwei Milliarden Euro extra für die Grundsicherung im Gesundheitsbereich, doch der Bericht betont, dass dies die entfallenen Zuschüsse nicht kompensiert. Die Gelder fließen zudem in Leistungen, die nicht versicherungsbezogen sind, etwa die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern.

Ansgar Heveling, Präsident des Bundesrechnungshofs und CDU-Mitglied, warnte vor einer zunehmenden finanziellen Belastung der Versicherten. Der Bericht macht deutlich, dass die Haushaltskonsolidierung die Kassen dazu zwingen könnte, die Kosten auf die Beitragszahler abzuwälzen.

Die Kritik erhöht den Druck auf Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Gesundheitsminister Warken, die geplanten Kürzungen zu überdenken. Die Erkenntnisse des Berichts legen nahe, dass die Streichungen Finanzierungslücken reißen könnten, ohne dass klare Einsparungen erkennbar sind. Die Krankenkassen stehen nun vor der Herausforderung, wie sie ihre Leistungen aufrechterhalten sollen, während sie die Verluste verkraften müssen.

Quelle