Brandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrkräftemangel und politischer Zerrissenheit
Nadeschda PärtzeltBrandenburgs Schulen kämpfen mit historischem Lehrkräftemangel und politischer Zerrissenheit
Brandenburg steht vor dem schlimmsten Lehrkräftemangel seiner Geschichte – die Schulen ächzen unter steigenden Schülerzahlen und schrumpfendem Personal. Der neu ernannte Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) warnte, dass das kommende Schuljahr Rekordherausforderungen mit sich bringen werde. Unterdessen haben sich die politischen Spannungen zugespitzt: Die Sahra-Wagenknecht-Allianz (BSW) macht ihren ehemaligen Koalitionspartner, die SPD, für die Verschärfung der Krise verantwortlich.
Der Haushalt 2025 streicht 345 Vollzeitstellen für Lehrkräfte, was die ohnehin prekäre Lage weiter verschärft. Seit dem zweiten Halbjahr des aktuellen Schuljahres müssen die meisten Lehrerinnen und Lehrer eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten. Hoffmann, der das Bildungsressort nach drei Jahrzehnten SPD-Führung übernommen hat, führt die heutige Krise maßgeblich auf frühere Personalabbaumaßnahmen unter der SPD-BSW-Regierung zurück.
Die SPD/CDU-Koalition hat trotz knapper Kassen versprochen, 250 Lehrstellen neu zu schaffen. Zudem plant sie eine "Lese-Schreib-Rechen-Offensive", um die Grundkompetenzen der Schüler zu stärken. Doch Skepsis bleibt.
Die BSW-Landesvorsitzende Friederike Benda wies Hoffmanns Vorwürfe als "lächerlich" zurück und argumentierte, dass jahrzehntelange Fehlentscheidungen von CDU und SPD die aktuelle Misere verursacht hätten. Sie räumte ein, dass die frühere Unterstützung ihrer Partei für die SPD-Bildungspolitik ein Fehler gewesen sei. Besonders machte Benda die ehemaligen SPD-Minister Steffen Freiberg und Robert Crumbach für die Stellenstreichungen und die erhöhte Arbeitsbelastung verantwortlich, unter der die Lehrkräfte heute leiden.
Derweil steht das Land vor einem dramatischen Engpass: Bei Rekordschülerzahlen und immer weniger Lehrkräften werden die Schulen an ihre Grenzen gebracht. Die Pläne der Regierung, zusätzliche Stellen zu schaffen und die Basiskompetenzen zu fördern, sollen Entlastung bringen – doch der Weg dorthin bleibt ungewiss.






