Brandenburg feiert Karneval – und stichelt spielerisch gegen Berlins Chaos-Klischee
Alex FlantzFasching in Potsdam - und Woidke stichelt gegen Berlin - Brandenburg feiert Karneval – und stichelt spielerisch gegen Berlins Chaos-Klischee
Karnevalsfeiern im Mittelpunkt der Brandenburg Staatskanzlei
Diese Woche stand die Brandenburg Staatskanzlei ganz im Zeichen des Karnevals. Ministerpräsident Dietmar Woidke richtete die Veranstaltung aus und betonte die Tradition als zentralen Bestandteil der kulturellen Identität der Region. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, Berlins Ruf für Chaos und Unordnung spielerisch auf die Schippe zu nehmen.
Woidke eröffnete die Feierlichkeiten mit Lob für den Karneval als Symbol von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Eigentlich hatte er gehofft, die Bühne mit Berlins regierendem Bürgermeister Kai Wegner zu teilen – doch dieser blieb der Veranstaltung fern.
Die Feier fällt in eine Phase, in der Karnevalsvereine aus Brandenburg, Berlin und anderen Bundesländern auf offizielle Anerkennung drängen. Ihr Ziel: die Aufnahme der Tradition in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Bisher hat nur Thüringen den Antrag formal unterstützt, nachdem Verbände aus den ostdeutschen Ländern dort im vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag eingereicht hatten.
In seiner Rede stichelte Woidke scherzhaft gegen Berlin. Mit einem Augenzwinkern spielte er auf die bekannte Organisationsschwäche der Hauptstadt an – und erntete damit Gelächter beim Publikum.
Die Karnevalsfeier in der Brandenburg Staatskanzlei rückte die regionalen Bräuche in den Fokus. Brandenburgs Bemühungen um kulturelle Anerkennung gehen derweil weiter, mit Thüringen bereits als erstem Unterstützer. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung den verspielt-frohsinnigen Geist, der das Fest seit jeher prägt.
Woidkes neckischer Seitenhieb und erweiterter UNESCO-Antrag
Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke hat seine spaßige Rivalität mit Berlin fortgesetzt und verraten, dass seine wiederholten Einladungen an den Berliner Bürgermeister Kai Wegner zu vergangenen Karnevalsveranstaltungen unbeantwortet geblieben sind. Die diesjährigen Feierlichkeiten betonen auch einen breiteren Anlauf auf UNESCO-Anerkennung:
- Letztes Jahr hatte Woidke Wegner zu einem Staatskanzlei-Event in Potsdam eingeladen, aber der Berliner Bürgermeister erschien nicht.
- Die Koalition, die sich um die UNESCO-Staatszugehörigkeit bemüht, umfasst nun auch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt und schließt Thüringen ein.