Berliner Schulen brauchen dringend mehr Demokratie und Chancengerechtigkeit
Alex FlantzBerliner Schulen brauchen dringend mehr Demokratie und Chancengerechtigkeit
Ein Bündnis aus Bildungsaktivist:innen drängt auf grundlegende Reformen an Berlins Schulen. Die Initiative „Gute Schulen für alle“ fordert mehr Demokratie, Inklusion und Chancengerechtigkeit im Bildungssystem. Die Landesschülervertreterin Jennifer Rosin wird die Forderungen der Gruppe im Namen der Allianz vorstellen.
Das Bündnis argumentiert, dass Schulen mehr tun müssen, um die psychische Gesundheit von Schüler:innen zu stärken und den schulischen Leistungsdruck zu verringern. Vorgeschlagen werden weniger benotete Aufgaben und standardisierte Tests, um Stress abzubauen. Rosin bezeichnete die aktuelle Situation als inakzeptabel – viele Schüler:innen litten unter Krankheiten, Einsamkeit oder Ängsten.
Da das Vertrauen in demokratische Systeme schwindet, sieht die Gruppe in den Schulen eine Chance, dieses wieder aufzubauen. Bildung müsse inklusiver werden, betont die Allianz und verweist darauf, dass in Berlin noch immer rund 2.800 Kinder keinen Zugang zu schulischer Bildung hätten. Janine Schott vom Berliner Bündnis für schulische Inklusion kritisierte diese Lücke als schwerwiegendes Versagen.
Das Bündnis hat einen detaillierten Plan vorgelegt, um mehr Gerechtigkeit und Teilhabe zu erreichen. Lydia Puschnerus, Leiterin des Schulressorts bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), unterstrich, dass Lehrkräfte mehr Zeit und Ressourcen bräuchten, um qualitativ hochwertigen Unterricht zu gewährleisten. Jennifer Roßberg vom Landeselternausschuss unterstützte die Forderungen der Schüler:innen und forderte klarere Regeln sowie Fairness bei Schulübergängen.
Auch der Landesschülerausschuss (LSA) ist überzeugt, dass das System einer grundlegenden Erneuerung bedarf. Echte Fortschritte gebe es nur, wenn Schulen ihre Arbeitsweise änderten und die Bedürfnisse der Schüler:innen stärker in den Mittelpunkt stellten.
Die Vorschläge der Allianz umfassen konkrete Maßnahmen, um Schulen demokratischer und unterstützender zu gestalten. Die Forderungen reichen von psychischer Gesundheitsförderung über weniger Tests bis hin zu besserem Zugang für bisher benachteiligte Kinder. Würden diese Änderungen umgesetzt, könnten sie das Bildungssystem für tausende Berliner Schüler:innen nachhaltig verändern.






