Zufit Simons The Fight Club bricht mit Tabus beim Best OFF Festival in Hannover
Adem SeidelZufit Simons The Fight Club bricht mit Tabus beim Best OFF Festival in Hannover
Zufit Simons neues Tanzstück The Fight Club eröffnet das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover am 23. April. Die Arbeit markiert einen kühnen Stilbruch der Choreografin, die sich nun mit Kampf und maskuliner Energie auseinandersetzt. Simon, eine 45-jährige in Israel geborene Tänzerin und Choreografin, lebt seit 25 Jahren in Deutschland und gilt nach wie vor als eine der prägendsten Stimmen des zeitgenössischen Tanzes.
Simons Karriere war stets von Höhen und Rückschlägen geprägt. 2025 wurde sie mit dem Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet – eine Würdigung ihres Einflusses auf die moderne Choreografie. Schon ein Jahr zuvor hatte sie den Best OFF Festival-Preis für Radical Cheerleading erhalten, ein Stück, das ihr Talent für die Unterwanderung von Erwartungen unter Beweis stellte.
Häufig beginnt ihre Arbeit mit eigener Verunsicherung, die sie dann an das Publikum weitergibt. Kritiker beschreiben ihre Choreografien als präzise und doch explosiv – wie ein Gericht der Molekularküche, bei dem jede Bewegung destilliert, aber von intensiver Kraft ist.
Trotz aller Erfolge blieb die Finanzierung eine Herausforderung. 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte. Die Schließung des LOT-Theaters 2024, wo viele ihrer Stücke uraufgeführt worden waren, verschärfte die Lage weiter. Doch die artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig sprang ein und produzierte sowie unterstützte ihr neues Werk.
The Fight Club bricht mit ihren früheren Themen und taucht ein in Aggression und körperliche Konfrontation. Das Stück spiegelt ihren wachsenden Fokus auf rohe, ungefilterte Ausdrucksformen wider.
Die Uraufführung findet auf einem Festival statt, auf dem Simon bereits triumphiert hat. Ihre Arbeit sprengt weiterhin Grenzen – selbst in einer Zeit, in der Spielstätten und Fördergelder um sie herum schwinden. Mit einem Preis für ihr Lebenswerk in der Tasche zeigt die Choreografin keine Anzeichen von Ermüdung.






