WBGU fordert Rechtsschutz für Wälder und Moore als kritische Infrastruktur
Nadeschda PärtzeltWBGU fordert Rechtsschutz für Wälder und Moore als kritische Infrastruktur
Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung zu globalen Umweltveränderungen fordert stärkeren Rechtsschutz für natürliche Infrastruktur
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung zu globalen Umweltveränderungen (WBGU) hat einen neuen Bericht vorgelegt, in dem er dringend bessere rechtliche Schutzmaßnahmen für natürliche Infrastruktur fordert. Das am Freitag veröffentlichte Dokument unterstreicht die Rolle von Ökosystemen beim Schutz von Gemeinden vor Hitzewellen, Pandemien und Extremereignissen. Es bildet das erste Kapitel einer umfassenderen Bewertung zu Sicherheitspolitik und Umweltschutz.
Der aus neun Natur- und Sozialwissenschaftlern bestehende Rat wurde während der Ampelkoalition vom Bundeskabinett berufen. In ihrem Bericht „Umwelt prägt Sicherheit“ argumentieren die Experten, dass Seen, Wälder und Moore als kritische Infrastruktur eingestuft werden sollten. Eine solche Anerkennung würde strengeren Schutz und eine stärkere Einbindung in die nationale Sicherheitsplanung erfordern.
Das Gremium empfiehlt eine bundesweite Erfassung natürlicher Lebensräume sowie den Aufbau von Frühwarnsystemen, um den Rückgang von Ökosystemen frühzeitig zu erkennen. Zudem sollte das Bewusstsein für Umweltrisiken in die militärische Ausbildung integriert werden. Darüber hinaus solle der Nationale Sicherheitsrat den Schutz natürlicher Infrastruktur priorisieren, um den Zivilschutz zu stärken.
Der Bericht warnt, dass Kürzungen bei Klimaprojekten, die die biologische Vielfalt fördern, lebenswichtige Unterstützung für lokale Gemeinden wegfallen ließe. Er rät zu einem globalen Umstieg auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft – sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus gesundheitlichen Gründen. Auch die Entwicklungspolitik sollte den Schutz von Ökosystemen stärken; als Vorbild wird die Coral Triangle Initiative für lokale Führungsansätze genannt.
Die Vorschläge des Rates zielen darauf ab, den Umweltschutz fest in der Sicherheitspolitik zu verankern. Eine rechtliche Anerkennung natürlicher Infrastruktur würde Gemeinden besser vor wachsenden Risiken schützen. Der Bericht skizziert klare Schritte für staatliches Handeln im Bereich Ökosystemerhalt und Klimaresilienz.
