Warum wir in einer Welt der Meinungsflut leben – und wie ein Rebhuhn helfen könnte
Brit PutzWarum wir in einer Welt der Meinungsflut leben – und wie ein Rebhuhn helfen könnte
Meinungen sind allgegenwärtig – und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das ändern wird. Von Talkshows bis zu Online-Foren: Über jedes erdenkliche Thema werden ständig Standpunkte ausgetauscht. Die Autorin hat diesen Trend in der vergangenen Woche selbst hautnah erlebt.
Innerhalb von nur sieben Tagen hörte sie vehemente Meinungen zum Nahostkonflikt, zu Windrädern und sogar zu Wahlrechten für Katzen. Ebenso hitzig wurden Debatten über Ananas auf Pizza, vegane Torwarthandschuhe und achtsames Atmen geführt. Letzteres allerdings hält die Autorin selbst für fragwürdig.
Sie stellt sich eine Welt vor, in der sogar die Natur Meinungen über den Menschen entwickelt. In diesem Szenario bringen ein Schlafzimmer-Kaktus, Stechmücken und Sonnenblumen ihre Haltung durch ihr Verhalten zum Ausdruck. Selbst das Mittelmeer sortiert Urlauber nach ihrem Benehmen.
Angesichts des Meinungsüberflusses schlägt die Autorin eine spielerische Lösung vor: Jeder Mensch dürfe pro Tag nur drei Meinungen äußern – alle weiteren müssten von einem Rebhuhn genehmigt werden. Schließlich wird es immer seltener, dass jemand seine Ansichten für sich behält.
Die Theorie, dass Menschen die Natur aufsuchen, weil sie nicht über sie urteilt, fügt der Diskussion eine weitere Ebene hinzu. Doch selbst wenn Pflanzen und Meere ihre Meinung kundtäten – die Welt würde niemals an Standpunkten verarmen. Der ungebremste Strom an Ansichten fließt weiter, ungehindert durch alle Kanäle.
